-
Meine Rückkehr nach Yaoundé
Nach langer Abwesenheit bin ich zurück in Kamerun. Und dieses Mal länger als jemals zuvor. Bis mindestens Ende 2024 werde ich an den Ort, an dem ich mein Studium beendet habe, zurückkehren. Dieses Mal jedoch nicht als trunkenboldiger, feierlüsternder Student – einem Klischee, welchem ich bekanntermaßen stets mit buchhalterischer Fürsorge nachgekommen bin – sondern als erwachsener Mensch in einem erwachsenem Leben. Normalerweise würde ich jetzt auf die Abonnier-Box hinweisen. Heute jedoch erscheint mir die De-Abo Box als deutlich passender… An all die wenigen, treuen Musketiere, die meinem Blog immer noch – sei es aus Mitleid oder Schadenfreude – folgen: Euch werde ich das Lesevergnügen in diesem Blogeintrag auch noch vergraulen!…
-
Babybesuch und Dicke Luft in Douala
Meine letzte Reise nach Douala liegt mittlerweile mehr als ein Jahr zurück. Damals war es die Hochzeit meiner ehemaligen Mitbewohnerin, die mich in die Riesenmetropole am Atlantik lockte. Und auch dieses Mal stieg ich an einem Freitagnachmittag ihretwegen in den Zug. Nun war sie aber nicht mehr meine Mitbewohnerin, sondern stolze Mutter eines Kindes. Nur um es klarzustellen: Zwischen den beiden Tatsachen gibt es keinen Zusammenhang. Und trotzdem hatte ich natürlich allen Grund, sie nun, drei Wochen nach der Geburt zu besuchen. Im Zug nach Douala Mit Douala ist das so eine Sache. Noch während der Zug durch die Vororte tuckerte, wies uns das Personal unbegründet an die Vorhänge zu…
-
Ausnahmezustand: Klimakatastrophe in Yaoundé
Lasst uns übers Wetter reden: In Yaoundé herrscht momentan der Ausnahmezustand. Am Arbeitsplatz, beim Mittagstisch und auf WhatsApp gibt es nur noch ein Thema, die plötzliche Kälte. Seit wenigen Tagen liegt über der Stadt ein Tiefdruckgebiet, welches so eisig ist, dass es sich selbst festgefroren hat. Und wer weiß für wie lange? Die Folge: Meine Kollegen werden reihenweise krank und die letzten Überlebenden halten sich verzweifelt mit teppichgroßen Schals über dem Gefrierpunkt. Jeden Morgen höre ich wie ihre Wehklagen über verstopfte Nasen schlimmer werden. Assia! Dabei mahnten Klimaforscher schon seit Jahren, dass Ereignisse wie diese nun häufiger vorkommen werden. Jedoch, wer hört schon noch auf Wissenschaftler? Uns bleibt also nichts…
-
Von den Mbororo zum Kaffee-Tycoon: Wanderung am Petpenoun-See
Alle Wanderungen folgen der gleichen Chronologie. Man steigt auf einen Berg, ruft einmal laut „Ohh! Ahh!“, steigt hinab und hat danach eine Entschuldigung beim Abendessen auch den zweiten Tiramisu zu verschlingen. Soweit nichts Neues. In diesem Blogeintrag schreibe ich über meine Wanderung in Westkamerun und versuche euch neben dem Altbekannten auch etwas Abwechslung zu bieten: Die Nachbarschaft eines Mbororo-Dorfes mit einer groß-industriellen Kaffeeplantage. Wir starten unsere Reise am Petpenoun-See. Westkamerun, wie ihr bereits wisst, liegt auf einem Plateau und wird von einer wohltemperierten Hügellandschaft umgeben. Nicht wenige dieser Hügel sind vulkanischen Ursprungs und so haben sich über die Zeit auch einige Krater und Seen gebildet. Immer wieder wechseln unsere Fußsohlen…
-
Jahreshauptversammlung und Ausblicke
Liebe Anlegerinnen, liebe Großaktionäre, das Jahr 2023 ist auf der offiziellen Wohinnoch? Jahreshauptversammlung am 31. Dezember zu Ende gegangen. Ich wünsche allen Mitlesenden ein frohes und gesundes 2024! Im letzten Jahr ist auf diesem Blog viel passiert und es sieht so aus, als wenn auch 2024 ein aufregendes Jahr werden wird… 2023 Revue passieren: Die Jahreshauptversammlung Auf unserer Jahreshaupversammlung, bei Ferrero Küsschen und Ayvarsuppe, haben ein Freund, der mir letztes Jahr sehr in der Weiterentwicklung des Blogs weitergeholfen hat, und ich das Jahr Revue passieren lassen: Die Mount Cameroon Besteigung auf 4090 Höhenmeter, die Reise in den Libanon, Autodiebstahl auf Sizilien, der Nigeria Besuch oder allgemein mein Kamerun Aufenthalt haben…
-
Schneeweiße Libanonberge, Abenteuerliche Taxifahrten & Zahlé
Dieser Reisebericht erzählt von einem Tagesauflug mit einem abenteuerlichen Taxifahrer in die verschneiten Berge Libanons und die darauffolgende Weiterreise in die Weingegend und Kornkammer Libanon’s – Zahlé. Die verschneiten Berge Libanons Alle Taxifahrer Libanons heißen George. Wenn sie das nicht tun, nehmt euch in acht! Denn wir waren einen Tag mit einem unterwegs und der hieß Antonio. Schon wie er da auf diesen Treppenstufen saß, dieser Glatzkopf im Heavy-Metal Sensenmann Pullover, Kaffee schlürfend, den Blick auf seinen alten Mercedes gerichtet, hätte uns bereits eine Warnung sein müssen. Doch lest selbst. Wie ihr im letzten Blogeintrag lesen konntet, waren wir gerade in unserer Zitadelle in Byblos untergebracht. Unser Gastgeber hatte uns…
-
Sandwege, Rosa See und eine Lüge
Wegen der unweigerlich näherkommenden Mittagshitze wollte ich auf keinen Fall zu spät losfahren. Sobald es also hell wurde, sattelte ich mein Ross, auch, um dem starken Verkehr in Dakar zu entkommen. Meine Route, ich hatte sie so gelegt, dass ich möglichst wenig durch die Großstadt Dakar fahren musste, sollte Richtung Norden nach Mboro führen. Schon von meinen beiden Gastgeberinnen verabschiedet, schnallte ich vor dem Haus stehend meine zwei Radtaschen an mein Fahrrad. Jetzt ist der Moment also gekommen. Hatte ich zu viel dabei? Bestimmt. Ich hatte mich schlussendlich dazu entschieden für alle Notfälle mein Zelt und die Isomatte mitzunehmen und über den beiden Radtaschen zu verstauen. In den letzteren waren…
-
Strandurlaub vor Fahrradtour
Da ich seit einem Monat ein paar Kilo mehr auf die Waage brachte, plante ich in weiser Voraussicht eins, zwei Ersatzschläuche zu kaufen. Mir stellte sich nur die Frage: Wo kauft man in Dakar Fahrradschläuche? Meine Suche im Internet endete schnell und kläglich bei einem sehr bekannten Billigsportartikel-Anbieter aus der westlichen Welt. Bevor ich jedoch in die Innenstadt aufbrach, hievte ich zuerst einmal mein Fahrrad aus dem Karton und baute jenes sogleich auf. Sollte es durch den Flug irgendwie beschädigt worden sein, hätte ich mir die Einkaufstour sparen können, oder die Reise wahlweise auf einem Esel antreten können. Jeder Schritt des Zusammenschraubens war mittlerweile gut einstudiert. Ich war in wenigen…
-
Renaissance und Weichkäse
Selbstredend wachte ich vor meinen Gastgeberinnen auf und brach sogleich meinen Kodex, will heißen, ich plünderte die Küche. Gierig wie ein Stier nach der Muleta, habe ich mir also eine gefüllte Wasserflasche genommen, mir ein Glas eingegossen und somit mein innerstes Bedürfnis befriedigt. Ich sah mich um. Die gelbe Küche, belebt von Ölbehältern, Schneidebrettern und Gemüse, war schon jetzt über das Balkonfenster hell erleuchtet. Auf der Straße liefen Kinder, die Besorgungen zu erledigen hatten. Während es mir die Dunkelheit gestern Nacht leicht machte, die Wirklichkeit meiner Anwesenheit in Senegal zu verleugnen, sah ich sie an diesem Morgen ganz klar in jeder Faser der von der Wand abbröckelnden Farbe. Noch bevor…
-
Das ist Katie
Katie will duschen gehen, stolpert über den Zelteingang und liegt auf dem Grasboden. Jetzt ,wo sie sich nicht wehren kann, erlaube ich mir, sie vorzustellen. Katie ist ungefähr 30 Jahre alt und finanzierte sich ihr Leben in der Nähe von Washington DC mit vielen verschiedenen Jobs. Ich kann mich nicht an alle Jobs erinnern, aber ich glaube Yoga-Lehrerin und Tätowiererin waren dabei. Sie kritisiert stark die ausgeprägte Konsumgesellschaft in den Staaten, die durch Werbung jedem weismachen will, er bräuchte dieses und jenes. So kommt es, dass manche Leute in mehreren Fitnessstudios gleichzeitig eine Mitgliedschaft haben und dadurch das Geld zum Fenster rauswerfen. Als ich sie darauf anspreche, dass es in…



















