Kamerun – TOP Reiseziele, Blog & Reiseroute
Kamerun, Afrika in Miniatur. Das Land lockt Abenteuertouristen mit einer Vielzahl an Klimazonen, darunter leere Sandstrände, hohe Vulkankrater, weite Savannen und ursprüngliche Regenwälder. Ich bin André, lebe seit 2022 in Kamerun und gebe dir in diesem Eintrag erste Infos zum Visum und der Einreise, beantworte Fragen wie „Ist eine Reise nach Kamerun sicher?“ und präsentiere dir die TOP-Aktivitäten, inklusive einer vorgeschlagenen 3-wöchigen Reiseroute. Außerdem kannst du überall meine persönlichen Erfahrungen in meinem stetig aktualisierten Reiseblog abrufen.
Einreise
Sicherheit
Reisezeit
Sprache
Du benötigst für deinen Aufenthalt einen gültigen Reisepass, Hotel- und Flugbestätigung, eine Gelbfieberimpfung und ein VISA, welches 180 Euro kostet. Ein Hin- und Rückflugticket Flugticket kostet zwischen 700€ und 1.100€.
Generell sicher (low profile Regeln). Stand April 2026 sind der Nord- und Südwesten Kameruns (Anglophone Krise) und der extreme Norden (Boko Haram) rote Zone. Fernhalten! Link zum Auswärtigen Amt. Sonst höchstes Risiko: Verkehrsunfälle und Malaria. Mein Blogeintrag zum Thema Sicherheit: Hier
Keine beste Reisezeit aufgrund regionaler Unterschiede. Grob gilt für die meisten Regionen: Dezember–April: Trockenzeit, heiß; Mai–November: Regenzeit, milder, sehr grün. Für Reisen in Nationalparks und abgelegene Regionen ist Dezember bis März ideal: Die Straßen sind meist gut befahrbar und die Sicht besser. In der Regenzeit können Pisten unpassierbar werden. Die Regenzeit hat jedoch Vorteile: angenehmere Temperaturen, üppige Vegetation und besonders eindrucksvolle Wasserfälle – ideal für Städte, Kultur und kürzere Ausflüge.
Amtssprachen sind Französisch und Englisch. Am geläufigsten ist Französisch – Umgangssprache in 80 % des Landes. Mit Englisch kommt man hier passabel durch. In den anglophonen Regionen Südwest und Nordwest spricht man primär Englisch. Neben den beiden Amtssprachen sprechen die Menschen auch ihre jeweils lokale(n) Muttersprache(n).

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Top Aktivitäten in Kamerun
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Reisevorbereitung: Alles was du wissen musst
Visum
Gesundheit
Fortbewegung
Geld & SIM
Ohne Visum keine Einreise. Neuerdings läuft die VISA Bewerbung auch online ab. Das funktioniert mittlerweile ohne Probleme und ist daher zu empfehlen. Du solltest hier drei Wochen einplanen. Alternativ kannst du auch zur kamerunischen Botschaft in Berlin fahren. Der Preis: 180 € für 6 Monate (kürzere Option nicht verfügbar). Botschaft telefonisch und per Mail schwer erreichbar. Anträge vor Ort werden schnell bearbeitet (max. 1 Woche). Auf postalischem Weg sollten drei Wochen eingeplant werden. Benötigte Dokumente:
- Reisepass (mind. 6 Monate gültig)
- Impfausweis mit Gelbfieberimpfung
- Visumsantragsformular (vor Ort und online erhältlich)
- Zwei biometrische Passfotos
- Einladungsschreiben oder eine Unterkunftsbescheinigung vom Hotel
- Fotokopie vom bereits gekauften oder reservierten Flugticket
Für die Einreise musst du dann auch noch die App „CMR Customs“ herunterladen und ausfüllen. Ich wurde bei der Einreise nach dieser App zwar noch nie gefragt, aber sicher ist sicher.
Die Gelbfieber-Impfung ist verpflichtend (Tropeninstitut). Am besten vorher mit dem Hausarzt sprechen, vor allem bezüglich der ernstzunehmenden Malaria (hohes Risiko). Für Kurzaufenthalte empfiehlt sich eine Malaria Prophylaxe. Gegenmaßnahmen vor Ort sind lange Kleidung, Mückenspray, Moskitonetz (Moscito Dome) und klimatisierte Zimmer. Immer Schnelltests und Sofort-Medikamente mit sich führen (in Apotheken in Kamerun erhältlich).
Alles zum Thema Fortbewegung in einem eigenen Blogeintrag: Hier
Transport Ankunft:
Kein öffentlicher Nahverkehr, nur Taxis. Am besten organisierst du im Vorhinein mit deinem Hotel, dass dich einer ihrer Fahrer abholt. Das ist sicherer. Sonst stehen dort immer viele Taximänner bereit. Preis bis Yaoundé (Viertel: Bastos) 10,000 FCFA.
Gute Fahrer in Yaoundé: M. Dickson (+237 699648037, englisch), Lawrence (+237 677411657, engl.), Moise (+237 676640200, französisch), Marc (+237 699 947 915, frz). Pro Tag ca. 25-30.000 FCFA + Benzin)
Überland:
Das Land verfügt über ein umfangreiches, nationales Busnetz mit zahlreichen Anbietern zu unterschiedlichen Komfort-Standards. Einer der größten und zuverlässigsten ist Touristique (fast alle Routen). Men Travel als bequemste Variante wird häufig für Fahrten zwischen Yaounde, Douala und Kribi benutzt. Die klimatisierte VIP-Option ist bei längeren Reisen zu empfehlen. Es ist auch möglich Taxifahrer für mehrere Tage oder bestimmte Fahrten zu buchen (25-40.000 FCFA enthält Fahrer, Unterkunft und Verpflegung, aber keinen Sprit. Allrad-Autos ab 50.000 FCFA pro Tag.) Die Kameruner reisen meist in Sammelbussen, die losfahren, sobald alle Plätze belegt sind. Von Douala über Yaoundé bis Ngaoundére gibt es eine lohnenswerte Zugverbindung. Langstrecken (Douala -Yaoundé – Garoua) kann man auch mit dem Flugzeug zurückzulegen.
In der Stadt:
Das gelbe Sammeltaxi und die Motos bilden das Rückrat des innerstädtischen Verkehrs. Motoradtaxis sind in Großstädten aufgrund des Um- und Unfallrisikos nicht zu empfehlen, auf dem Land jedoch unumgehbar. Die Sammeltaxis sind ein toller Weg ins Gespräch zu kommen. Die meisten Touristen erfragen in der Unterkunft nach einem vertraulichen Taxifahrer und handeln einen Preis aus (Taxi Depot). Pro Stunde in der Regel 3,000 FCFA (4,50€). Eine halbtägige Stadttour für 15.000€ inklusive Sprit ist realistisch. Seit einiger Zeit gibt es auch Yango, das russische Uber. Die App bietet günstige Fahrten mit zertifizierten und (halbwegs) geschulten Fahrern. Vor allem Nachts ist sie die sicherere Alternative zum Taxi Depot.
Budget:
Mehr Details zu deiner Budgetplanung gibt es in diesem Blog-Eintrag. Fakt ist: Du kannst in Kamerun dein Geld gut loswerden! Musst es aber auch nicht. Variert also stark, je nachdem wie du reist. Teuer wird es vor allem, wenn du deinen Lebensstil aus Europa beibehalten möchtest. Geld sparen kannst du, in dem du ein wenig Komfort bei der Unterkunft aufgibst, lokales Essen isst und mit Bus reist. Dadurch wird der Trip wesentlich günstiger. Zwei Personen die so reisen, benötigen für drei Reisewochen ein Budget von ca. 2.000€ pro Person. Wer es etwas komfortabler mag, wird schnell über 3.000€ pro Person los. Nach oben offen.
Geld abheben:
Geld abheben am Automaten (VISA und Maestro akzeptiert). Fester Wechselkurs 1€= 656 FCFA. Nahezu alle Zahlungen vor Ort in bar oder über Mobile Money Dienste (hierfür bedarf es einer kamerunischen SIM-Karte). Oft Kleingeldprobleme, daher immer genügend kleine Scheine und Münzen dabei haben.
SIM Karte:
Du kannst nach deiner Ankunft in den Büros er zwei größten Mobilfunkanbieter Orange und MTN eine SIM-Karte kaufen. Da dir dadurch aber wertvolle Reisezeit verloren geht, empfehle ich den Kauf einer E-SIM: Orange oder MTN oder über einen Drittanbieter wie Airalo.
3-Wöchige Reiseroute durch Kamerun
Ich schlage dir hier eine dreiwöchige Reiseroute vor. Das Programm ist anspruchsvoll, wer noch nie in Afrika unterwegs war, nimmt ein paar der Reiseziel raus, um etwas mehr Raum für Erholung zu haben. Bei einer Reisezeit von unter zwei Wochen würde ich raten, sich auf 1-2 Regionen zu begrenzen. In dieser vorgeschlagenen Reiseroute findest du genug Ideen, um deine Kamerun-Reise nach deinen Wünschen zu gestalten!
Yaoundé – Großstadtwirbel und Regenwaldruhe
Reiseplan
- Tag 1: Ankunft
- Tag 2: Stadtzentrum
- Tag 3: Ebogo & Zugfahrt
Hier geht es zu einer meiner ersten, aufregenden Taxifahrten in Yaoundé.
Yaoundé ist die Hauptstadt Kameruns, Macht- und Diplomatiezentrum und aufgrund des etwas milderen Klimas ein sanfter Einstieg in das Land. Die geschäftige Stadt bietet den Startpunkt für einige schöne Ausflugsziele, wie den Ebogo Fluss, auf dem du in einer Piroge paddelnd Baumriesen entdecken kannst oder dem Méfou Wildtier-Schutzgebiet, in dem Gorillas leben.

Aber auch in der Stadt gibt es einiges zu sehen. Der Mont Fébé bietet eine schöne Wanderroute mit Aussicht über die Stadt. Im Nationalmuseum kannst du dich mehrere Stunden lang aufhalten und (am besten mit einem Guide) viel über Kultur und Geschichte lernen. Und Sonntags lohnt sich auch für Atheisten ein Besuch einer Messe – zum Beispiel in der Kathedrale Our Lady of Victoires oder in der Basilika Maria Königin der Apostel. Mein Geheimtipp ist ein Spaziergang durch das muslimische Stadtviertel Briquetterie mit seinen bunten Tuchläden.


Zugfahrt in den Norden des Landes
Reiseplan
- Tag 4: Ankunft in Ngaoundére
- Tag 5: Besuch Tello-Wasserfälle
- Tag 6: Ngaoundére-Lagdo
Hier geht es zu meinem Blogeintrag über den Besuch der Tello-Wasserfälle bei Ngaoundéré.
Auch wenn es mit dem Flugzeug schneller geht, empfehle ich unbedingt die Zugfahrt von Yaoundé nach Ngaoundéré. In den roten Waggons rollt man gemächlich vom Regenwald-Biotop in hochländische Savannen. Auch wenn die Fahrt größtenteils Nachts abläuft (Unterkunft gespart!) wirst du dir die Augen reiben, wenn die Morgensonne endlich die karge, trockene Vegetation Adamaouas enthüllt.


Ngaoundéré, die Hauptstadt Adamaouas, liegt so ziemlich im touristischen Niemandsland Kameruns. Doch wer mit dem Zug von Yaoundé in Richtung Garoua reist, der sollte hier zwei Nächte Halt machen. Man ist als Tourist garantiert ohne Nachahmer unterwegs. Ngaoundéré selbst ist beschaulich, hat aber eine große Moschee und ein Lamidat (muslimische Chefferie) zu bieten. Außerdem gibt es den Mont Ngaoundéré, einen auffälligen Hügel mit fabelhafter Aussicht über die orange-glimmernde Stadt.


Um Ngaoundéré findet man ein paar schöne und wirklich komplett unbesuchte Ecken, wie zum Beispiel die Tello Wasserfälle oder den See Mballang (nicht wie ich drin baden, Bilharziose-Gefahr). Dorthin gelangt man über eine Buckelpiste mit den Guides von der Unterkunft der norwegischen Mission. Gut sein soll auch die Ranch de Ngaoundaba, allerdings lehnte man mich am Telefon ab, da ich nicht das Mindestmaß an 10 Gästen mitbrachte.
Nordkamerun – Auf Tuchfühlung mit der Sahelzone
Reiseplan
- Tag 7: Lagdo (Pirogenfahrt) – Garoua
- Tag 8: Mount Tenguelin & Kola Schluchten
- Tag 9: Rückflug nach Yaoundé
Hier sah ich Flusspferde am Bénué-Fluss bei Garoua.
Willkommen in Nordkamerun! Am Rande der Sahel befindet sich der muslimisch geprägte Teil Kameruns. Vielleicht ist es die trockene Hitze, doch hier geht es wesentlich ruhiger als im Rest des Landes zu. In Garoua gibt es schöne Märkte zu erkunden, Spaziergänge entlang des Bénué Flusses und hoch auf den Mont Tenguelin.

Vor allem aber ist Garoua Anlaufstelle für eine ganze Reihe Ausflugsziele. Da wären die von den Gezeiten geformten Gesteinsschluchten Gorges de Kola, der Stausee bei Lagdo mit seiner faszinierenden Insel Madagaskar (Pirogenfahrt dorthin möglich) oder die Nationalparks Bénoué und Bouba Ndjida für Safaris.


Westkamerun – Königreiche in den Hügeln des Graslands
Reiseplan
- Tag 10: Yaoundé – Petpenoun
- Tag 11: Foumban
- Tag 12: Wanderung Mount Mbapit
- Tag 13: Petpenoun – Mbouroukou (Chefferien, Ekom-Nkam)
- Tag 14-15: Manengouba Wanderung
Hier wohnte ich dem Nguon Festival als heimlicher Pressefotograf bei
Der Westen ist das Land der hunderten Königtümer. Am bekanntesten sind die beiden Völker Bamoun und Bamiléké. Seit Jahrhunderten regieren ihre Könige das hügelige, milde Land in einem Spagat zwischen Tradition und Moderne. Die Region ist touristisch am besten ausgebaut, mit vielen Hotels und Aktivitäten. Ein Must-See sind die architektonisch anspruchsvollen Chefferien. Die größte steht in Bandjoun, doch ich empfehle die kleine, dafür sehr gut gepflegte und mit einem guten Museum ausgestattete Chefferie von Baba. Tradition und Bronzeschmiedekunst verschmelzen im muslimischen Foumban. Das neue Museum in Spinnenform, in der die Geschichte des bis heute existierenden Sultanats gut erklärt wird, ist äußerst sehenswert. Die Bronzemasken-Werkstätten ebenso, auch wenn etwas sehr auf den touristischen Verkauf ausgerichtet. Lohnenswert im Dezember: Das Nguon-Festival, in dem dsa Volk über seinen Sultan urteilt.

Natur pur bekommst du bei einer (geführten) Wanderung hoch zum Vulkansee Mont Mbapit. Der sieht aus wie der Krater auf einem Mineralwasser-Logo. Atemberaubend! Auch der Petpenoun-See ist schön. Hier gibt es eine Luxusunterkunft, die Domaine de la Petpenoun. Etwas billiger entspannen kann man in den Bergen der Nonena Mountain Range (Bauernhof, Pferde-Touren möglich). Angenehm berieselt wirst du an den Tarzan-Wasserfällen Ekom-Nkam (groß!) und den Chutes de la Métché (kleiner).


Die Wanderung in die Manengouba-Berge ist eine Reise in eine andere Welt. Von Mbouroukou (Unterkunft Villa Kleber-Chollier, +237 675 58 49 31) wanderst du mit dem tollen, pragmatischen Guide Alidou (+237 694 90 50 41, französisch) erst durch einen traumhaften Märchenwald und erreichst schließlich die zweifarbigen Zwillingseen. Nach einer Mittagspause geht es weiter ins Dorf der Fulani-Hirten „Mbororo“, wo du deine Zelte aufschlägst. Ohne große Aufruhr wird man ins Dorf integriert und hat: Nichts zu tun. Kein Netz, keine To Do’s. Pure Meditation, beim Beobachten der Hirten, wie sie in der Abenddämmerung ihre Rinder eintreiben. Um Essen ist gesorgt und der Sternenhimmel einzigartig. Am Tag darauf geht es wieder zurück. Zur Belohnung gibt es in Mbouroukou lokalen Hartkäse mit Penja-Pfeffer (Alain, +237 650 49 86 99).


Option 1: Kribi und Campo-Nationalpark
Hier habe ich Schildkröten in Ebodjé gesehen.
Kribi ist eins von zwei touristisch erschlossenen Küstenparadisen Kameruns. Es gibt endlose Sandstrände, Kokosnuss in der Hängematte und die ein oder andere Beach-Party. Kribi eignet sich perfekt für den entspannten Abschluss deiner Reise. Ein paar Dinge, wie die Chutes de la Lobé – Wasserfälle die ins Meer führen – oder einer Pirogenfahrt will man dann aber vielleicht doch gemacht haben. Abends gibt es ausgezeichnetes Sea-Food und dafür stehe ich als Veggie-Wurst!

Falls dir Kribi mit seinen Hotels immer noch zu trubelig ist, dann setz dich ins Buschtaxi und fahre 50 Kilometer weiter südlich nach Ebodjé. Ebodjé ist ein kleines Fischerdorf, in dem du eine lokal aufgebaute Eco-Lodge findest. Hier lebst du fernab von allen Störfaktoren dieser Welt in einfachen Unterkünften, teils ohne Strom und mit Brunnenwasser. Du kannst Nachts auf Schildkröten-Wanderung gehen, dich im Museum über den Schutz der Reptilien informieren, Pirogentouren auf dem Meer machen und Krabben und Meerkatzen in der Wildnis sehen. Da die wenigen Zimmer für 5€ sehr beliebt sind, lohnt es sich weit im Voraus zu buchen. Den Kontakt findest du hier.


Wer zum Abschluss der Reise noch nach weiteren Natur-Abenteuern dürstet, der fährt bis an die Grenze zu Äquatorial-Guinea in den Campo-Ma’an-Nationalpark (vorher anmelden). Der Park beherbergt ein beachtliches Repertoire an seltenen, endemischen Pflanzen- und Tierarten. Garantiert sind dir spektakuläre Wanderungen durch dichten Regenwald und Übernachtungen in den Forschungsstationen des WWF. Mit viel Glück siehst du sogar Gorillas oder Buschelefanten. Hier findest du alles, was du für eine Reise in den Campo-Nationalpark wissen musst, inklusive Kontakte.


Option 2: Limbé und Mount Cameroon
Die Wanderung auf den Mount Cameroon ist eine der beeindruckensten Erfahrungen die du in Kamerun machen kannst. Ich würde die Wanderung und den Strandort Limbé jedem ans Herz tackern – wäre da nicht der ewig anhaltene Konflikt. Jedoch: Seit einigen Jahren sind die Städte Buea und Limbé vergleichsweise sicher. Da die Lage volatil ist, empfehle ich dir vor der Reise die Seite des Auswärtigen Amts zu konsultieren und dann eine Entscheidung zu treffen. Maßnahmen (nicht alleine reisen, vorher mit Ansässigen Organisation abklären, gute Hotels) erhöhen deine Sicherheit.

Für die Wanderung solltest du zwei bis drei Tage einplanen. Ein Guide ist Pflicht und ich empfehle dir wärmstens Rudolph (anglophon, +237 676271723). Die meisten Besteigungen starten von Buea, einer Studentenstadt am Fuße des Berges mit grünem Campusgelände und deutschen Kolonialrelikten (Puttkammerpalast). Du wanderst durch Regenwälder, Bergsavannen und Mondlandschaften. Übernachtet wird bei sternenklarem Himmel in modernen Berghütten. Nach der Wanderung bietet sich zur Entspannung ein Ausflug an den Vulkanstrand von Limbé an. Limbé hat außerdem einen sehenswerten botanischen Garten und Wildlife Center.


Weitere Reiseziele in Kamerun
Die vorgeschlagene Reiseroute ist bereits vollgepackt mit Aktivitäten und dennoch gibt es noch so viele Orte, die einen Besuch verdient haben. Dass sie nicht in der Liste sind, heißt nicht, dass sie weniger schön sind, sondern, dass sie nicht auf den üblichen Reiserouten liegen (Lobéké), oder weil es einige Sicherheitsbedenken gibt, die etwas mehr Reiseerfahrung voraussetzen (Mount Cameroon). Ich habe diese Orte alle bereist und möchte sie dir daher unbedingt ans Herz legen!
Lobéké Nationalpark – Unberührter Regenwald
Der Lobéké Nationalpark ist ein Naturwunder: Du betrittst einen endlosen, dichten Regenwald und bewunderst dabei nicht nur einen ungeahnten Schatz an pflanzlichen Reichtümern, sondern mit etwas Glück auch Gorillas, Büffel und Elefanten. Der Nationalpark ist Teil des Kongobeckens und bildet damit neben dem Amazonas die zweite Lunge der Welt. Mein Freund – für ihn die erste Afrika-Erfahrung seines Lebens – und ich, waren von der Faszination dieses intakten Ökosystems vollkommen überwältigt.


Unsere Reise war ein einzigartiges Abenteuer, welches wir in unserem Leben nicht vergessen werden. Eine gute Planung ist jedoch unerlässlich. Du musst dich vorher bei der Parkverwaltung ankündigen, brauchst einen Mietwagen mit Allradantrieb und am besten auch einen guten Fahrer. Auch sind je nach Jahreszeit nicht alle Straßen befahrbar. Eine Reise lässt sich in der langen Trockenzeit zwischen Januar-März verwirklichen.


Hier geht es zu allen wichtigen Tipps zur Reiseplanung.
Und zu meinen Erfahrungsberichten: Seltene Schlange und Lebensmittelvergiftung auf der Anfahrt in den Lobéké Park
Marienberg – Affeninsel und Deutsche Kolonialgeschichte
Edea, der Ausgangsort für deinen Trip nach Marienberg, befindet sich auf der Zugstrecke von Douala nach Yaoundé. Die Stadt liegt an den Ufern des Sanaga’s – dem längsten Fluss Kameruns. Edéa entwickelte sich mit der Ankunft der Deutschen um 1890 zu einem strategischen Handelsposten. Bis heute zeugt ein altes Bauwerk von der deutschen Kolonialzeit: Die bogenförmige Stahlbrücke, Symbol der Stadt. Mit dem Auto oder der Piroge fährst du von hier nach Marienberg. Du streifst endlose Palmöl- und Gummibaumplantagen und kommst schließlich in dem Ort an, in dem eine deutsche Pallottinermission 1890 die erste Kirche Kameruns errichtete.


Von hier kannst du mit einem Guide zu der Affeninsel fahren. Eine Nichtregierungsorganisation schützt und pflegt hier seit Jahren eine Gruppe von Schimpansen, die mitten im Fluss auf einer einsamen Insel leben. Die Schimpansen sind es gewöhnt täglich mit Bananen und Papayas versorgt zu werden und so kommst du den Menschenaffen, deren Lebensraum lediglich durch das Wasser limitiert ist, näher als an den meisten anderen Orten.
Hier geht es zu meinem Blogeintrag in Marienberg mit Tipps und Telefonnummern für deine Reise.
Douala – Das Herz Kameruns
Wenn Yaoundé der Kopf des Landes ist, wo die wichtigen Entscheidungen von wichtigen Menschen in teuren Socken getroffen werden, dann ist Douala eindeutig das Herz. Wieso? Weil hier die Kultur und die Wirtschaft floriert. Unzählige Künstler und Künstlerinnen schaffen hier endlos viele kreative Angebote. Die Nähe zum Meer mitsamt des bedeutensten Tiefseehafens macht auch die Bedeutung für den Handel offensichtlich. Minütlich pumpt die Stadt schwerbeladene LKWs ins Landesinnere, teils bis hoch in den Tschad.


Ich würde bei einer Erstreise durch Kamerun keinen Douala-Aufenthalt empfehlen. Grund dafür ist, dass die Stadt für die meisten Europäer zu turbulent ist und nicht mit spektakulären Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Trotzdem: Douala hat viel zu bieten. Beispielhaft zu nennen wären der alte Palast des Freiheitskämpfers Rudolf Manga Bell, die Kunstzentren Doual’Art und The Forest Creative Loft, das maritime Schifffahrtsmuseum, die orthodoxe Peter- und Paul Kathedrale, den Kunst- und Blumenmarkt. Ein Höhepunkt bildet jedes Jahr am ersten Dezemberwochenende das Volksfest Ngondo, in dem die Sawa ihre Verbundenheit mit den Wassergeistern erneuern, riesige Ruderwettbewerbe abhalten und viel feiern.
Hier geht es zu der pompösen Hochzeit von Freunden, die ich in Douala besuchte.

Wer schreibt hier?
Ich bin André, lebe seit 2022 in Kamerun und bin dein Anlaufpunkt für Reisen in Kamerun. Auf Wohinnoch? erkunde ich mit euch die Welt, schreibe Erfahrungen nieder und gebe euch Reisetipps. Wenn diese Worte nicht meine letzten an dich sein sollen, kannst du meinen Blog abonnieren und mir auf Instagram folgen.
One Comment
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softlywhispers897db916ca
Hi Andre,
Ich bin Klaus aus Fürth, ich bin seit 2020 mit einer Kamerunerin verheiratet und war schon 2 Mal in Kamerun.
– Douala, Yaounde, Bamileke / West Region, Foumban, Kribi, Ekom Fälle.
Dein Blog gefällt mir sehr gut, viele Infos zu denen es sonst nur schwer was gibt.
Ich will März 2026 wieder hin und hätte gern Deine Einschätzung, ob der Mt. Kamerun aktuell machbar oder wegen politischer Lage zu gefährlich ist.
Lebst Du noch in Kamerun, wo?
Wäre schön mit Dir Kontakt aufzunehmen, Du erreichst mit unter: Klaus.Meinel@yahoo.de
Grüsse aus Fürth – Klaus









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