Nguon-Festival in Kamerun: Mein Reisebericht zum UNESCO-Erbe
Anfang Dezember war ich mit meiner Freundin Flavy und Freunden auf dem Nguon-Festival in Foumban, dem Volksfest der Bamoun in Westkamerun. Es findet alle zwei Jahre statt, dauert eine Woche und erreicht seinen Höhepunkt am Samstag, wenn das Volk über den König urteilt, ein Ereignis voller Spannung und Tradition. Die Zeremonie, mit fast tausendjähriger Geschichte, gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es war schon lange mein Wunsch, dieses kulturelle Highlight mitzuerleben. Doch dass ich dem Ereigniss aus nur zehn Metern Entfernung zum König beiwohnen würde, konnte ich da noch nicht ahnen…


Anfahrt: Im Schweigekloster
Nach fünf Stunden Autofahrt erreichen wir am Vorabend der Zeremonie einen Vorort des Festivals, wo wir Ahmeds Freund treffen. Durchs Autofenster reicht er uns sieben grüne Armbänder, für Ahmed – unseren Fahrer – meine Kumpels Maud und Achille, zwei weitere Freunde sowie meine Freundin und mich. Warum ich das erwähne? Diese Armbänder sind der rote, bzw. grüne Faden dieser Reise und bringen uns mehr Ärger, als uns lieb ist.


Die Zeremonie startet erst morgen, also fahren wir zu unserer Unterkunft: einem katholischen Kloster bei Foumban. Dort begrüßt uns Bruder Salomon, ein düsterer Mönch, mit einer mysteriösen Geste. „Ich brauche einen Führer“, brummt er, zeigt auf Maud und verschwindet mit ihr im Klostergang. Frei nach Umberto Eco suche ich bereits nach Blutspuren. Doch Maud kommt unversehrt zurück. Statt dunkler Geheimnisse gibt es ein spartanisches Abendessen und muffige Bettdecken. Also: Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett, morgen fahren wir endlich zum Festival!



Die Große Enttäuschung: Kein Eintritt
„Hier muss man die Straße schon selber suchen“, fasst unser Fahrer Ahmed trocken zusammen, während wir uns am nächsten Morgen über die zwanzig holprigen Kilometer nach Foumban kämpfen. Zum Glück kennt er sich aus, er wurde hier geboren und navigiert uns zielsicher zum Festivalort. Wir parken das Auto und laufen die Stadt hinauf zum Königspalast. Vor dem Eingang herrscht geschäftiges Treiben. Menschen in feinstem Festtagsgewand schreiten selbstbewusst Richtung Palast, wo die Zeremonie stattfinden soll. Sie tragen blau-weiße Umhänge, hochgestecktes Haar mit eingeflochtenen Stachelschweinborsten, bunte Federn, detailreich verzierte Fezen, schwarze Ziernarben und Ketten aus Elfenbein oder Perlen. Das einzige Zierelement was fehlt sind unsere grünen Armbändchen. Niemand sonst trägt so ein Armband. Am Eingang dann der Schock: Ohne offiziellen Einladungsbrief des Königs wird uns der Zugang verweigert. Und jetzt? Ein ganzes Wochenende umsonst?



Wie wir aufs Festivalgelände kommen: Teil 1
Ungefähr eine Stunde stehen wir vor dem Eingang und hoffen, dass unsere Geduld allein Türen öffnet. Doch oh Wunder, es passiert nichts. Plötzlich haben Achille und Flavy eine brillante Idee. Sie laufen zum Tickethaus des Museums und sprechen dort mit der Museumsdirektorin. Mit viel Überzeugungskraft erzählen sie unsere „tragische“ Geschichte: den Ticketbetrug, unsere Vorfreude auf die Zeremonie und wie enttäuscht wir jetzt sind. Und tatsächlich, es funktioniert! Die Museumsdirektorin hat genug Mitleid und lässt uns unter dem Vorwand eines Museumsbesuchs durch das goldene Tor.



Wie wir aufs Festivalgelände kommen: Teil 2
Wir befinden uns nun auf dem königlichen Gelände, wo der Palast steht. Dieses eindrucksvolle Bauwerk wurde vor etwa hundert Jahren von König Njoya errichtet, inspiriert von einer deutschen Postkarte, die ein Landhaus abbildete. Mehr über Foumban und die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun erfährst du in diesem Blogeintrag. Vor dem großen Eingangstor begegnen wir der königlichen Leibgarde. Die Männer tragen eindrucksvolle, martialische Kleidung: alte Kolonialgewehre, gehörnte Hüte und allerlei Kriegsschmuck. Sie stehen Spalier, um wichtige Staatsgäste zu schützen, die gerade vom Palast auf das Festgelände schreiten. Auch wir folgen diesem Weg, allerdings als gewöhnliche Besucher. Zuvor müssen wir jedoch noch eine letzte Hürde nehmen: die Einlasskontrolle.


Wieder einmal sind wir dabei auf Achille angewiesen. Ohne zu zögern scannt er in wenigen Sekunden die Akteure vor dem Eingangstor. Wer hat was zu sagen? Wer nicht? Schnell macht er einen Zuständigen aus, flüstert ihm ins Ohr und verschwindet mit ihm kurz hinter einer Ecke. Wenig später kommen die beiden entspannten Schrittes wieder und erklären uns unsere Möglichkeiten: Für fünf Euro pro Person können wir der Zeremonie beiwohnen. Das mit dem grünen Bändchen wäre dann vergessen. Eine sogenannte Motivation in Kamerun! Und siehe da, selbst die Männer von der Sicherheitskontrolle sind nun so sehr motiviert, dass sie nicht einmal unser Gepäck kontrollieren. Wir sind am Ziel unserer Träume angekommen: Dem Zeremonialplatz!



Mein illegaler Weg in die erste Reihe
Wir stehen auf einem weitläufigen Platz, dessen Mittelpunkt der bunt mit Perlen bestickte Königsthron bildet. Die Tribüne mit hochrangigen Gästen, Minister, Staatssekretäre, Diplomaten, befindet sich direkt davor. Seitlich und hinter dem Thron stehen lange Sitzreihen, auf denen weitere Zuschauer warten. Heute wird der König – auch Sultan oder Fon genannt – vom Bamoun-Volk beurteilt. Da wir spät dran sind, bleiben uns nur die hinteren Plätze ohne Sicht. Doch Achille hat eine Lösung: „Geh zu den Pressefotografen!“ Noch bevor die Zeremonie beginnt, dränge ich mich mit meiner Kamera in die erste Reihe, keine zehn Meter vom Thron entfernt. Dort stehe ich neben Journalisten des Staatsfernsehens und internationaler Medien, knipse eifrig und spiele den Fotografen. Wohinnoch.tv!


Plötzlich kommt die erste „Aufräumaktion“: Handyfotografen, darunter Achille, werden weggeschickt. Doch dank meiner Olympus-Kamera darf ich bleiben. Dann der zweite Schock „Die Presseausweise bitte!“ Oh nein, denke ich, das war’s. Mit gesenktem Blick versuche ich, mich unauffällig zwischen die Journalisten zu mischen. „Du da! Wo ist dein Presseausweis?“


Mein Hirn rutscht mir in die Hose, und ich bringe keinen Ton heraus. Ein streng dreinblickender Ordner fixiert mich und hebt bereits die Hand, um mich mit einer energischen Geste wegzuschicken. Doch plötzlich erscheint eine majestätisch gekleidete Dame, die die Autorität ausstrahlt, bei jeder Entscheidung das letzte Wort zu haben. Sie wirft mir einen mitleidigen Blick zu und sagt: „Lass ihn!“ Fassungslos bleibe ich stehen. Ohne Eintrittskarte habe ich es geschafft, direkt an der Zeremonie teilzunehmen. Was für ein unglaubliches Glück!



Die Zeremonie beginnt
Die Zeremonie beginnt. Ein Späher mit Federkleid und gelber Maske tritt auf, um sicherzustellen, dass keine bösen Geister den Ablauf stören. Kurz darauf marschiert die königliche Garde ein. Die etwas 50 Männer und Jungen setzen sich in Schussweite des königlichen Throns auf den Boden, wir Pressevertreter befinden uns in direkter Schusslinie. Jetzt kommt der König.





Die Ankunft des Königs
Flankiert von seiner Ministergarde, der Nji Fon Fon, betritt Nabil Mbombo Njoya den Festplatz. Mit seinen 31 Jahren ist er nicht nur Alumni der St. John’s University in New York, sondern auch der zwanzigste Monarch des Königreichs der Bamoun. Er trägt ein rot-weißes Gewand, unter dem ein smaragdgrünes, kunstvoll besticktes Hemd hervorleuchtet. Schwere Ketten schmücken seinen Hals, und sein Kopf ist mit einem turbanähnlichen, schwarzen Schleier bedeckt. Langsam schreitet er über den roten Teppich und nimmt neben seiner Mutter auf dem königlichen Thron Platz. Die Stimmung ist überraschend ruhig, fast angespannt. Das Urteil des Volkes steht noch aus.



Die Geheimgesellschaft
Es ist beeindruckend, wie majestätisch König Njoya auf seinem Thron sitzt, während um ihn herum ein geschäftiges Treiben herrscht, besonders durch uns Pressefotografen. Während er uns ignoriert, richtet er seinen wachsamen, doch regungslosen Blick auf den Einmarsch der Geheimgesellschaft. Ihre Mitglieder tragen gelbe Masken, sind mit Säbeln bewaffnet und besitzen heute die Macht, ihn seines Amtes zu entheben. Begleitet werden sie von den Fonanguon, den sogenannten Animateuren. Diese 138 Frauen und Männer haben in den letzten Tagen jede Ortschaft besucht, um die Meinung des Volkes über den Zustand des Reiches einzuholen, ein Prozess, der Nshemme Ngû genannt wird. Jetzt ist der Moment gekommen: Das Urteil des Volkes wird dem König überbracht.



Das Urteil
Bevor das Urteil verkündet werden kann, muss der König zunächst von seiner Immunität entbunden werden. Normalerweise ist es Normalsterblichen streng untersagt, dem König die Hand zu geben, geschweige denn ihm ein Urteil zu überbringen. Doch heute werden diese Regeln außer Kraft gesetzt. Der Rächer des Königreichs, der Tâ-Ngu, tritt mit zwei Speeren der Gerechtigkeit, einem männlichen und einem weiblichen, vor den Thron. Er spricht Worte, die ich nicht verstehe, während sich die Spannung im Publikum merklich aufbaut. Schließlich erhebt sich der König. Er wirkt bereit, seinem Urteil entgegenzutreten. Einer nach dem anderen treten die Volksvertreter ans Mikrofon und tragen in der Bamoun-Sprache ihre Anliegen vor.


Der erste Sprecher beklagt die zunehmende Abholzung, die nicht nur zur Verarmung beitrage, sondern auch viele traditionelle Heilpflanzen verschwinden ließe. Der nächste äußert seinen Ärger darüber, dass einige Minister des Königs Palastgeheimnisse gegen Bezahlung preisgegeben haben sollen. Schließlich tritt ein Dritter ans Mikrofon und fragt, ob eine einzige königliche Ehefrau ausreiche, um den Kuskus für das gesamte Bamoun-Volk zuzubereiten. Die Menge bricht in vorsichtiges Gelächter aus, schließlich weiß jeder, dass ein Bamoun-König traditionell polygam sein sollte. Die monogame Ehe von König Njoya sorgt unter seinem Volk weiterhin für Diskussionsstoff.


Der König bleibt auch in diesem Moment regungslos. Mit ruhigem Blick begegnet er seinen Kritikern und hört ihr Urteil schweigend an. Sich zu verteidigen, ist ihm vor dem endgültigen Urteil nicht gestattet. Nach zwanzig Minuten voller Meinungsäußerungen liegt das letzte Wort wieder beim Tâ-Ngu, dem alten Rächer mit den beiden Speeren der Gerechtigkeit. Man erzählt mir, dass es in den letzten Jahren viel Kritik aus den eigenen Reihen gegeben habe. Der junge König, der seinen Fokus auf die Moderne und die Probleme der Jugend legt, hat viele alte Notabeln verärgert. Manche haben sogar ihre „Stelle gekündigt“, wenn ich das jahrtausendalte Ritual einmal in betriebswirtschaftliche Termini übersetzen darf. Doch letztlich überwiegt das Positive: Unter ohrenbetäubenden Salven der königlichen Leibgarde wird verkündet, dass König Nabil Mbombo Njoya weitere zwei Jahre im Amt bleibt.

Opfergabe und Feier
Jetzt beginnen die Feierlichkeiten. Zunächst wird eine Ziege geopfert, und ihr Blut wird in stiller Beobachtung über die Speere der Gerechtigkeit verteilt. Anschließend schwören die Notabeln dem König einzeln ihre Treue. Sie verbeugen sich vor ihm und berühren dabei einen von ihm ausgestreckten Stab, ein symbolischer Akt der Loyalität. Alkohol bleibt während der gesamten Zeremonie außen vor. Das liegt daran, dass rund vier Fünftel der Bamoun muslimisch sind. Passend dazu thront im Hintergrund ein strahlend weißes Minarett unter der glühenden Mittagssonne. Und apropos Mittagssonne: Nach über zwei Stunden spüre ich die ersten Anzeichen eines Sonnenbrands, und staubig bin ich auch, kein Wunder, schließlich wälze ich mich mit den anderen Journalisten auf dem Boden. Die Sicherheitsleute passen streng darauf auf, dass wir den Zuschauern nicht die Sicht versperren. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn plötzlich springen wieder alle auf: Der König erhebt sich, um zu sprechen.



Die königliche Rede
Nachdem der König bisher nur saß oder stand, bin ich nun gespannt, endlich seine Stimme zu hören. Er spricht auf Französischm vielleicht, um zu zeigen, dass seine Botschaft nicht nur an sein eigenes Volk, sondern auch an die anwesenden Staatsminister, Diplomaten und internationalen Gäste gerichtet ist. Seit einem Jahr gehört das Ngoun-Festival zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe, und der UNESCO-Leiter wird für diese Ehrung gebührend gewürdigt. Als Dank erhält er eine Lanze, was für ein beeindruckendes Geschenk! Ob das aber durch den Zoll geht?


Nicht nur die Sprache, sondern auch die Art, wie der König spricht, ist erstaunlich angenehm. Er lacht häufig, spielt mit Ironie, natürlich stets so, dass seine königliche Würde gewahrt bleibt. Besonders deutlich wird das, als er auf die Kritik aus dem Volk eingeht. Mit einem charmanten Lächeln erklärt er, er werde sich erstens um den Erhalt der Wälder kümmern, zweitens dafür sorgen, dass keine Geheimnisse mehr ausgeplaudert werden, und drittens, et cetera, et cetera. Dabei schmunzelt er, und ein Raunen geht durch die Menge. Was er wohl mit diesem „et cetera“ gemeint hat?





Die Parade der Königsfamilien
Mit dem Ende des offiziellen Teils der Zeremonie beginnt der feierliche Abmarsch der Teilnehmer. Einer nach dem anderen verlassen sie den Festplatz, begleitet von Trommeln und Tröten: Zuerst der König, dann die Notabeln, die Geheimgesellschafts, die königliche Leibgarde und die Animateure. Es ist eine scheinbar endlose Prozession: Alle Familienmitglieder der vergangenen Dynastien haben sich hier versammelt. Der Prozessionszug beginnt beim 16. König, der 1889 regierte, und umfasst die Nachkommen über vier Generationen hinweg. So viele Menschen laufen an mir vorbei, dass ich mich frage, ob es überhaupt jemanden im Bamoun-Reich gibt, der nicht mit der königlichen Familie verwandt ist. Vielleicht ist genau das der Grund für den starken Zusammenhalt hier, ein Volk, eine Familie?






Nach etwa drei Stunden finden auch wir, meine Freunde und ich, endlich wieder zusammen. Meine Hosen sind voller Staub, der Sonnenbrand macht sich bemerkbar, und ich habe Riesendurst. Dafür nehmen sich alle anderen vor, nächstes Mal auch mit Kamera anzureisen. Ein letztes Highlight haben wir uns für heute noch vorgenommen: den Besuch des Festivalgeländes. Kleiner Spoiler vorweg, die grünen Bändchen werden dabei wieder ins Spiel kommen.


Das Festival am Abend
Am Nachmittag erreichen wir das Festivalgelände auf einer großen Freifläche etwas außerhalb von Foumban. Und siehe da: Dank unserer grünen Bändchen kommen wir kostenlos hinein! Wir schlendern durch die zahlreichen Buden und bestaunen das vielfältige Angebot: T-Shirts, Armbänder, traditionelle Medizin und kunstvoll gearbeitete Holz- und Bronzewaren. Foumban ist seit jeher ein Zentrum für Handwerks- und Schmiedekunst, und das Festival bietet den Künstlern eine perfekte Bühne, um ihre Werke ins Schaufenster zu stellen.


Weiter geht’s zur Fressmeile, wo das Klirren von Messern den dichten Rauch durchschneidet. Überall wird Fisch und Fleisch gegrillt, der Duft ist verlockend. Stände mit typisch kamerunisch selbstbewussten Namen wie „Kontinent Nummer eins“ laden ein, und wir lassen uns an einem Rundtisch nieder. Bei ein paar Bier probieren wir Japshe, ein Gericht aus grünem Gemüse, Pistazien und Couscous, das – wie Ahmed erklärt – mit den Händen am besten schmeckt. Er hat recht!


Zum Abschluss stellen wir uns vor die große Bühne, um ein Konzert anzusehen. Doch die Musiker lassen auf sich warten, und wir ertragen drei Stunden fragwürdiges Unterhaltungsprogramm – Bodybuilder-Shows, Tanzduelle und seltsame Spiele, in denen zufällig ausgewählte Zuschauerinnen tanzen und dabei Namen von Getränkemarken zugeteilt bekommen. Schließlich brechen wir auf. Am Ausgang reißen wir erleichtert unsere grünen Bändchen ab und geben sie ein paar Besucherinnen, die gerade erst angekommen sind. Ihre Gesichter leuchten vor Freude, und sie bedanken sich herzlich. Na sieh mal, am Ende waren die Bändchen doch für etwas gut!



Mein Fazit
Mein Besuch des Nguon-Festivals war ein absolutes Highlight zum Ende des Jahres. Mein Dank gilt allen, die diesen Besuch möglich gemacht haben: den freundlichen Offiziellen, den Damen am Einlass, den respektvollen Sicherheitsleuten und den Besuchern, die uns herzlich empfingen. Das Festival hat mir gezeigt, wie lebendig und beeindruckend Kameruns Traditionen sind. Wenn du Kamerun besuchst, solltest du dir das Nguon nicht entgehen lassen, es ist eine Erfahrung, die dich lange begleiten wird!
Auf einer tiefergehenden Ebene hat mir das Festival hautnah gezeigt, dass es jenseits der westlichen Denkschule andere demokratische Systeme gibt. Sie mögen sich nicht mit allen unseren Vorstellungen decken, doch sie sind tief in der lokalen Gesellschaft verwurzelt, angepasst an die Gegebenheiten und von vielen akzeptiert. Das ist beeindruckend, und ich freue mich darauf, noch mehr über solche Traditionen zu lernen.

Und nun zu dir: Warst du schon einmal auf einem kulturellen Event wie diesem? Was hast du erlebt, und was hat dich besonders beeindruckt? Teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren, ich bin gespannt darauf! Wenn du Experte für die Bamoun-Kultur bist, freue ich mich auch über Korrekturen oder Anregungen!

Wer schreibt hier?
Ich bin André, lebe seit 2022 in Kamerun und bin dein Anlaufpunkt für Reisen in Kamerun. Auf Wohinnoch? erkunde ich mit euch die Welt, schreibe Erfahrungen nieder und gebe euch Reisetipps. Wenn diese Worte nicht meine letzten an dich sein sollen, kannst du meinen Blog abonnieren und mir auf Instagram folgen.





5 Comments
Claudia
Moin Andre, das sind ja wahrlich interessante Berichte von Kamerun! Das macht Lust auf eine Reise dorthin.
Habe mich jetzt schon ein wenig mit dem Land beschäftigt.
Wie würdest du denn die aktuelle Sicherheitslage im Land einschätzen? Ich würde supergern eine Tour in den Lobeke Regenwald unternehmen.
Allerdings gibt es mehrere Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt, speziell auch für die Grenzregionen zur ZAR.
Und gibt es eigentlich Alternativen zu den großen Spezialreiseveranstaltern, mit denen man eine Reise aus Deutschland gut organisieren
kann?
Würde mich über eine Nachricht freuen.
Lieben Gruß Claudia
Andre
Hi Claudia, danke für deinen Kommentar!
Die Sicherheitslage ist regional sehr unterschiedlich und das AA ist – wie du ja auch schreibst – die beste Anlaufstelle.
Ich war letztes Jahr im Lobéké-Park und habe dazu auch einen Blog-Eintrag geschrieben. Der Park gilt als sicher, du wirst auch von bewaffneten „Eco-Guards“ begleitet – eher zum Schutz vor Tieren. Ich hatte also keinerlei Probleme. Das Grenzgebiet zur ZAR kannst du mit einem verlässlichen Fahrer und gutem Auto schnell durchqueren. Sichere Übernachtung in Batouri und Yokadouma möglich.
Zu den Reiseveranstaltern kann ich leider keine Auskunft geben, ich habe bisher alles privat organisiert.
Viel Erfolg bei der Planung!
André
Claudia
Hi André,
vielen Dank für deine schnelle Rückmeldung!
Ja, deinen Bericht über Lobéké habe ich natürlich gelesen😉, und das hat meinen Wunsch ja noch verstärkt.
,Alles privat organisiert‘ heißt aber wirklich privat, d.h. über gute Bekannte von dir, oder gibt es Anlaufstellen vor Ort, mit denen ich Kontakt aufnehmen könnte? Oder würdest du für Außenstehende wie mich eher empfehlen mit einer Reisegruppe und einem (teuren) Veranstalter zu fahren? Anderenfalls bliebe vielleicht mehr Geld vor Ort?
Lieben Gruß
Claudia
Andre
Das ist von deiner Reiseerfahrung abhängig.
Im Vorhinein musst du „nur“ den Parkleiter kontaktieren und einen Fahrer + Auto mobilisieren.
Vor Ort kommen dann aber noch eine Menge an Entscheidungen hinzu, die in einem neuen Umfeld nicht immer leicht zu treffen sind (Reparatur, Übernachtung, Welche Waldlichtung…)
Kennst du den Kontext und die Sprache nicht, empfiehlt sich wahrscheinlich ein Veranstalter.
Am Ende ist es eine persönliche Entscheidung 🙂
Claudia
Danke dir André. Dann müssen wir noch einmal drüber nachdenken.
Wünsche dir weiterhin erlebnisreiche Reisen!
Alles Gute Claudia