Wasserfälle Ekom Nkam – Beliebtes Reiseziel in Westkamerun
Kennst du noch den 1984 gedrehten Film Die Legende von Tarzan? Ich nicht, hab ihn nie gesehen und habe es auch nicht vor. Doch eine Sache weiß ich nun über den Film: Er wurde teils in Kamerun gedreht, an den Ekom Nkam Wasserfällen! Ich habe dieses beliebte Reiseziel vor ein paar Monaten mit ein paar Freunden besucht und berichte dir heute davon. Ich gebe dir dabei Tipps zur Anreise, Kosten und möglichen weiteren Ausflugszielen in der Nähe! Meine Seite zu Westkamerun findest du hier.

Inhalt
Die Anreise & Reisezeit
Die Ekom Nkam Wasserfälle liegen exakt auf der Grenze zwischen den kamerunischen Regionen Littoral und Westen. Besser gesagt: Sie sind die Grenze. Der Fluss Nkam, der in den Regenzeiten von September – Oktober und April – Mai besonders viel Wasser trägt, trennt beide Regionen und lässt sich daher gut von Douala (5h) oder Bafoussam (3h) mit dem Auto erreichen. Von Yaoundé sind es ca. 7 Stunden. Wir waren im März zu viert mit einem Fahrer (pro Tag ca. 50€ + Sprit) unterwegs und hatten für unser langes Wochenende in Westkamerun in der zurückgezogenen, meditativen NoNeNa Mountain Range übernachtet (+237 699 90 41 85). Von dort sind es ungefähr zwei Stunden mit dem Auto. Meinen Aufenthalt in der Range habe ich vor einiger Zeit im Blog geschildert: Hier.

Die günstigste Variante ist wie immer die Anreise mit dem Bus. Dafür steigst du in Bafoussam am Busbahnhof in einen Bus oder Minivan in Richtung Douala und lässt dich im Ort Melong II herauswerfen. Hier musst du dir dann ein Motorrad oder ein Taxi suchen, welches dich die neun Kilometer hinein zu den Wasserfällen transportiert.
Sicherheit
Der Besuch der Wasserfälle ist sicher. Das Risiko geht nicht über das auf meiner Kamerun Startseite beschriebene allgemeine Risiko bei einer Kamerunreise hinaus.
Eintritt & Aufenthalt
Am Ende der neun Kilometer langen Schotterstraße Richtung Wasserfälle kann es passieren, dass dir Anwohner ihre Dienste als Touristenführer anbieten. Dies ist in der Regel nicht nötig. Am Eingangsbereich der Wasserfälle gibt es ein offizielles Tickethäuschen. Die niedrigen Eintrittspreise (ca. 5 € + eventuelle Fotogebühr) beinhalten bereits eine Begleitung.

Erste Aussichtsplattform
Sind die Tickets gekauft, kann es losgehen. Zuerst kannst du eine Aussichtsplattform besteigen, von der aus sich ein weites Regenwaldpanorama überblicken lässt! Es ist beeindruckend wie ruhig das Wasser erst oben auf dem Plateau entlangzufließen scheint, nur um dann unter lautem Getöse 80 Meter in die Tiefe zu donnern und schließlich, als wäre nichts gewesen, langsam weiterzuziehen. Ein Naturwunder!

In den Regenwald zum Tarzan-Baum
Danach geht es hinein in den Regenwald, umgeben von hohen Kapokbäumen und ihren mächtigen Brettwurzeln, gegen die meine Schulterblätter aussehen wie dünne Oblaten. Selbst Tarzan himself konnte es an dem ausgeschilderten Tarzan-Baum nur mit den Lianen aufnehmen. Da die Kräfteverhältnisse zwischen Natur und Mensch nun also geklärt sind, können wir uns voller Demut die Treppen hinab zum zweiten Aussichtspunkt bewegen. Hier stehen wir den Wasserfällen wesentlich näher, kriegen hin und wieder sogar eine leichte Briese Wasser ab. Oder um es mit den Worten unseres Guides zu beschreiben „Einen Monat später und wir wären schon komplett durchnässt!“


Baden im Kleinen Wasserfall
Der Abstieg bis hinunter zum Wasserbecken ist leider nicht möglich – er wäre einfach zu rutschig. Ich bin mir aber sicher, dass sich diese Nebenquest bei entsprechener Überzeugungsarbeit auch freischalten ließe. Wir sind damals stattdessen zu einem benachbarten kleineren Wasserfall gelaufen, an dem wir uns erfrischen konnten. Diese Fälle wirkten im Vergleich mickrig. Standen wir dann aber erstmal drunter, drückten uns die Wassermengen fast den Kopf in die Rippen. Kaum vorstellbar, was geschähe, wenn wir uns, in der Absicht ein kühles Erfrischungsbad zu nehmen, unter die Ekom-Fälle platziert hätten.

Zum Ursprung des Wasserfalls
Nach der kurzen Erfrischung führte uns unser Guide auf das Plateau, von wo das Wasser in die Tiefe stürzt. Hier bekommen wir von dem Naturspektakel nicht mehr mit, als ein bedrohliches, sonores Brummen. Besonders beeindruckt haben uns hierbei die riesigen Baumstämme, die von sonstwo angespült wurden und nun schon seit Monaten am Rande des Abgrunds hängen. Es scheint, einige dieser Stämme hätten Gefallen an in ihrem neuen zu Hause gefunden und beschlossen erneut Wurzeln zu schlagen. Als würden sie gar nicht daran denken, den schönen Aussichtsort für einen Augenblick freien Falls zu opfern. Nachdem wir ein wenig umherklettern durften, kehrten wir schließlich nach circa zwei Stunden zu unserem Auto zurück.

Reiseroute: Den Besuch mit anderen Reisezielen Verbinden
Die Ekom Nkam Wasserfälle sind ein beeindruckendes Reiseziel. Jedoch rechtfertigen sie durch ihre entfernte Lage noch keinen Ausflug an sich. Am besten also, ihr kombiniert den Besuch der Fälle mit weiteren nahe gelegenen Zielen. In Richtung Douala liegt der Mount Manengouba National Park – ich war noch nicht da, er soll aber toll für Wanderungen sein. In Richtung Nordwesten lässt sich eine ganze Reiseroute in Westkamerun daraus schmieden: Im hügeligen Westen gibt es viele Chefferien zu besichtigen (Bafang, Bapa, Bandjoun, Batoufam etc.), dazu eine Universitätsstadt mit Museum (Dschang), das alte Sultanat Foumban mit Palästen und Bronzewerkstätten, sowie den nicht weit entfernten Vulkankrater Mont Mbapit oder den See Petpenoun.


Geeigneter Ausgangspunkt für viele dieser Orte ist Bafoussam, doch es empfiehlt sich aufgrund der vielen Hin- und Hers eher ein Roadtrip mit wechselndem Übernachtungsstandort. Unterkünfte gibt es mehr als reichlich – Westkamerun ist touristisch gut erschlossen. Wenn du mehr über Westkamerun und meine Reiseempfehlungen wissen willst, kannst du auf einem eigens dafür erstellten Blog-Eintrag vorbeischauen: Hier

Wer schreibt hier?
Ich bin André, lebe seit 2022 in Kamerun und liebe alle Arten von Abenteuerreisen. Auf Wohinnoch? erkunde ich mit euch die Welt, schreibe Erfahrungen nieder und gebe euch Reisetipps. Wenn diese Worte nicht meine letzten an dich sein sollen, kannst du meinen Blog abonnieren und mir auf Instagram folgen.





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