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Transport & Fortbewegung in Kamerun: Tipps (2025)

Wenn du eine Reise nach Kamerun planst, fragst du dich bestimmt, was das geeignetste Fortbewegungsmittel ist? Gibt es ein verlässliches Busnetz oder Zugverbindungen, lohnt es sich einen Wagen samt Fahrer zu mieten oder kann man gar durch das Land trampen? Wie sicher ist das alles? Ich lebe seit 2022 in Kamerun und habe so einige Touren durch das Land erlebt. In diesem Blogeintrag schildere ich dir die Situation vor Ort und gebe dir Tipps für deinen Urlaub.

Überblick

Inlandsflieger, Eisenbahn, Motorradtrip über schlammige Erdstraßen: In Kamerun kannst du auf ein breites Netz an Verkehrsmitteln zurückgreifen. Das am meisten genutzte ist der Bus. Reisen in Kamerun erfordert dabei stets Geduld und auch eine gewisse Belastbarkeit. Ob der Flieger verspätet ist, der Zug ausfällt, oder der Bus eine Panne hat: Am entspanntesten reist du, wenn du Zeit mitbringst. Ist das der Fall, kannst du jeden bewohnten Punkt Kameruns erreichen.

Sicherheit

Ein Miesmacher zu Beginn: Sicherheit sollte ein wichtiges Anliegen bei deiner Reise durch Kamerun sein. Pro Jahr sterben in Kamerun doppelt so viele Menschen bei Verkehrsunfällen wie in Deutschland. Und das obwohl Deutschland drei Mal so viele Einwohner hat. Hier also ein paar Regeln, damit du sicherer reist:

  1. Reise nie Nachts! Die meisten Unfälle auf der Straße ereignen sich in der Dunkelheit. Landstraßen haben meist nur eine Spur pro Richtung und sind umgeben von dichtem Buschwerk. Riskante Überholmanöver, Müdigkeit und Drogeneinfluss am Steuer sind nicht auszuschließen.
  2. Buche wenn möglich VIP: VIP heißt im Grunde nicht mehr, als dass der Bus eine Klimaanlage hat. Doch oft korreliert dieser Luxus auch mit der Anwesenheit eines Gurts, den du umschnallen solltest.
  3. Fahre in großen Städten kein Mototaxi. Ich kenne viele Kameruner mit Brandnarben am rechten Schienbein. Diese entstehen, wenn das Motorrad nach rechts umkippt und dein Bein zwischen Boden und heißem Auspuff eingequetscht wird. Keine Seltenheit im engen Stadtverkehr.
Mit der Sicherheit ist das manchmal so eine Sache…

Straßenkontrollen & Maut

Über die Straßenkontrollen in Kamerun könnte man Opern schreiben. In der Regel gibt es diese auf Überlandfahrten. Meist trifft man auf ein über die Straße gelegtes Bambusrohr und eine kleine Holzhütte am Straßenrand, in der ein Polizist oder Soldat seinen Dienst abhält. Wenn du dich dem Check-Point näherst, solltest du folgende Regeln beachten:

  1. Habe all deine Reisedokumente im Original oder in einer farbigen, legalisierten Kopie dabei. Dazu gehört dein Reisepass mit gültigem Visum, als auch dein Impfausweis. Bist du der Fahrer, brauchst du auch alle Fahrzeugpapiere, sowie Führerschein.
  2. Hast du alle Dokumente parat, kann es trotzdem passieren, dass du unter dem Vorwand falscher oder fehlender Papiere aufgehalten wirst. In diesem Fall:
  3. Ruhe bewahren. Sei freundlich und knapp. Niemand will dir hier an die Gurgel. Meist steckt nur die Hoffnung nach einem Scheinchen für ein Feierabendbier dahinter. Bestehe freundlich auf die Korrektheit der Dokumente und biete kein Raum für ausgedehnte Gespräche.
  4. Biete kein Geld an, um dich aus der Situation zu befreien. Wenn du schließlich aber nach Geld gefragt wirst, um die Strafe für deine „abgelaufene Medizinbox“ im Auto zu begleichen, ist es an dir zu entscheiden. Bist du in Eile, bleibt dir nichts anderes übrig, als zu zahlen. Sonst gilt es eisern zu bleiben. Natürlich kann dir hierbei ein erfahrener Chauffeur sehr helfen.

Überlandfahrten

Überlandfahrten in Kamerun sind faszinierend. Während du – mal düsend, mal holpernd – von einem Ort zum nächsten tingelst, wird dir die Vielfalt dieses Landes vor Augen geführt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten zwischen den Städten zu pendeln. Du kommst in der Regel IMMER IRGENDWIE von A nach B. In den folgenden Abschnitten untersuche ich (in Form jahrelanger Feldstudien…) jedes Transportmittel auf seine Vor- und Nachteile.

Bus

Das Straßennetz

Das Straßennetz in Kamerun ist zwischen den Regionalhauptstädten relativ gut ausgebaut. Auf der Grafik weiter unten lassen sich diese Straßen an den durchgezogenen Linien erkennen. Sie sind asphaltiert und erlauben ganzjährig eine Durchreise. Auf Schlaglöcher wie Vulkankrater musst du dich dennoch einstellen. Diese dicken Achsen werden täglich von endlosen Anbietern befahren – Reisebus, Minibus, Auto. Es gibt immer eine große Auswahl für jede Tageszeit. Jede Stadt hat hier auch mindestens einen Busbahnhof, in dem du zwischen den bekannten Unternehmen wie Buca, Touristique, Avenir Voyages, General Express usw. wählen kannst. Men Travel und Buca bedienen Yaoundé, Douala, bzw. Kribi und haben meist neuere, komfortablere Busse. Die von mir angegebenen Fahrtzeiten können je nach Jahres- und Tageszeit stark variieren. Vor allem zur Rush Hour (7h30-9h30 und 16h00-19h30) sind die Straßen in den Städten oft verstopft.

Die gestrichelten Linien symbolisieren Straßen, die wichtige Teile des Landes verbinden jedoch nicht oder noch nicht durchgehend asphaltiert und generell weniger befahren sind. Hier geht es nur sehr langsam voran und es gibt tendenziell weniger Busangebote. Hast du nicht ewig Zeit, bietet es sich oft an einen Fahrer und Auto zu mieten.

Preise

Wie viel kostet eine Fahrt mit dem Bus? In der Regel liegen die Preise immer zwischen 5 € und 15 €, je nachdem wie viel Komfort du willst. Dabei gilt zu beachten, dass die meisten VIP Tickets unter dem Komfort Level in Deutschland liegen. Ausnahmen gibt es: Buca Voyages bietet sehr komfortable Busse zwischen Douala und Yaoundé an.

Minivans & Buschtaxis

Warum gibt es Minivans? Minivans sind die flexible Variante zu Reisebussen. Sie haben keine festen Abfahrtszeiten, sondern fahren los, wenn der Bus voll ist. Voll heißt randvoll, also kann es nicht schaden zwei Tickets zu buchen, um genug Platz zu haben. Mit einem Minivan kannst du mitten auf der Strecke raus- oder aufspringen. Stell dich dazu einfach an eine gut einsehbare Stelle am Straßenrand und winke einem vorbeifahrenden Minivan. Ist noch Platz, hält er an und nimmt dich mit. Aufgrund des geringen Komforts (und höherem Sicherheitsrisikos) sind Minivans billiger als Reisebusse.

Ein Clando.

Wenn du an einem Busbahnhof in Kamerun bist, wirst du merken, dass es auch Buschtaxis gibt, sogenannte Clandos. Sie steuern Orte an, die nur sehr selten angefahren werden oder die ein großer Reisebus aufgrund der Straßenverhältnisse gar nicht erreichen kann. Das Prinzip ist das Gleiche wie beim Minivan: Sobald das Auto (über)voll mit Passagieren ist, geht es los. Um von Kribi ins Strandparadies Ebodjé zu fahren, musste ich z.B ein Clando nehmen. Eine aufregende Erfahrung, die ich in meinem Blog geteilt habe: Ist eine Hebamme an Bord?

Mietauto

Mit Fahrer

Der komfortabelste und sicherste Weg zu Reisen, ist ein Mietauto mit zuverlässigem Fahrer. Du musst keine Verspätungen erdulden, wirst direkt zur Unterkunft kutschiert und kannst Tagesausflüge direkt mit der Anreise verbinden. Oft sind Fahrer auch eine gute Hilfe bei Verkehrskontrollen, oder können dich mit ihrer Ortskenntnis vor so manchem Anfängerfehler bewahren. Bei unserer Reise in den Lobéké-Nationalpark handelte beispielsweise unser Fahrer Papa Lawrence den Preis einer Reparatur von 80 Euro auf 1,50 € runter. Der Nachteil: Die Kosten. Ein Fahrer plus Auto kosten dich pro Tag mindestens 50€, zusätzlich Benzinkosten.

In meiner Zeit in Kamerun bin ich schon mit vielen Fahrern unterwegs gewesen und kann dir einige sehr ans Herz legen. Erwähne, dass du ihren Kontakt über mich bekommen hast. Kontakte helfen immer. Alle Fahrer sind erfahren im Umgang Touristen und Expats, was dein Reiseerlebnis komfortabler macht, sich allerdings auch im Preis auswirkt:
– M. Dickson (+237 699648037, englisch und französisch)
– Papa Lawrence (+237 677411657, englisch und französisch)
– Moise (+237 676640200, französisch)
– Marc (+237 699947915, französisch)

Sehr viele Menschen bieten Fahrservices an. Es ist also auch möglich, Taxifahrer in der Stadt zu fragen, ob sie dich auf eine längere Reise begleiten wollen.

Mit Papa Lawrence auf dem Weg in den Lobéké-Nationalpark

Vor der Reise solltest du unbedingt klären, was in dem Tagessatz inbegriffen ist. Benzin, Unterkunft, Verpflegung? Ich empfehle, dem Fahrer pro Tag eine Pauschale für Kost und Logie zu zahlen. Das erspart dir oft eine Menge Diskussionen. Bist du in sehr abgelegenen Gegenden unterwegs, wo es nur die eine teure Luxusunterkunft gibt, in der du geplant hast zu schlafen, dann ist es nur logisch, deinem Fahrer das auch zu bezahlen. Wo soll er denn sonst schlafen? Oft ist es möglich mit dem Hotel eine Preissenkung zu verhandeln.

Selber Fahren

Eins vorweg: Ich bin noch nie selber in Kamerun Auto gefahren. Doch es ist möglich und für Expats sogar eine sehr beliebte Variante des stressfreieren Reisens. Touristen kann ich diese Option jedoch nicht empfehlen. Klar, du sparst den Fahrer. Für einen Allrad Pick-Up zahlst du aber immer noch pro Tag ca. 75 €. Normale Autos kosten dich ca. 50€. Der Grund, warum ich dir davon abrate ist, dass es keine offiziellen Mietunternehmen gibt. Schadensfälle und Co. – wer hier bezahlt regelt hier wahrscheinlich das Gesetz das Stärkeren.

Trampen

Den Daumen raushalten und kostenlos mitfahren? Dafür wird man in Kamerun nur wenig Verständnis haben. Schließlich konntest du dir einen Flug nach Kamerun leisten. Und nun hast du kein Geld mehr, um 2€ für ein Busticket zu bezahlen? Natürlich kannst du es versuchen, du wirst sicherlich Abfuhren einfahren und gleichzeitig viele offenherzige, hilfsbereite Menschen kennenlernen. Doch ich würde argumentieren, dass das Clando, also das Buschtaxi, welches ich oben beschrieben habe, dem trampen relativ nahe kommt. Du brauchst Geduld und sitzt dann mit vielen fremden Menschen in einem Fahrzeug und kannst ins Gespräch kommen. Nur, dass du dabei auch noch deinen kleinen finanziellen Anteil beigesteuert hast.

Dazu ergeben sich oft spontane Mitfahrgelegenheiten. So zum Beispiel auf de Rückweg vom Traumstrand in Ebodjé nach Kribi. An dem heißen Februartag gab es keine Buschtaxis weit und breit. So organisierte also unser Gastgeber Emile zwei Sitze im Auto eines jungen Ehepaars, das ebenfalls nach Kribi wollte. Der Mann am Steuer lehnte in seiner jovialen Art jegliche Bezahlung ab. Er bestand sogar darauf, dass wir einen großen Sack Kochbananen, frisch von seinem Stück Wald gepflückt, mit nach Hause nehmen. Dafür durfte er allerdings auch bestimmen, mit wie viel Bierchen im Bauch er über die Huckelpiste fahren wollte.

Zug

Mit dem Zug zu fahren ist eine der ganz besonderen Erfahrungen, die du in Kamerun erleben kannst. Das tausend Kilometer lange Schienennetz führt dich vom Ozean über den Regenwald und Grasland bis aufs Hochplateau Adamaoua’s. Konkret heißt das: Es gibt tägliche Verbindungen von Douala nach Yaoundé und von Yaoundé nach Ngaoundéré. Du kannst eine Zugfahrt also zum Beispiel mit einer Reise nach Nordkamerun, oder mit einem Besuch der Affeninsel Marienberg bei Edéa verbinden.

Man kennt es aus Europa: Die standardisierten Bahnhofshäuschen, unabhängig der Größe der Ortes.

Die Tickets buchst du beim staatlichen Zugunternehmen Camrail am Bahnhof oder digital, über Mobile Money. Den Fahrplan findest du hier. Preise liegen je nach Klasse zwischen 5€ (2. Klasse) und 40 € (1. Klasse Schlafkabine). Die Züge fahren oft Nachts und sparen dir so Zeit und das Buchen einer Unterkunft. Stell dich auf Verspätungen und eventuelle Pannen ein. Zug fahren ist generell sicher. 2016 gab es jedoch ein großes Zugunglück, welches ich auch in meinem Blogeintrag über Zufahrten in Kamerun erwähnt habe.

Flugzeug

Kamerun hat eine eigene nationale Airline: Camair-Co, im Volksmund auch Cam-Peut-être – Kam-vielleicht. Die deutsche Übersetzung funktioniert hier sogar noch besser, wobei man es lieber im Präsens formuliert: „Kommt vielleicht“.

Propellerfreunde eingestiegen!

Sie bedient die Flughäfen Yaoundé, Douala, Bafoussam, Garoua und Maroua, dazu einige regionale Flüge. Die Flüge sind teuer (Yaoundé-Garoua Hin-und Zurück gerne 400 €). Oft fallen Flieger aus oder werden verschoben, was besonders ärgerlich ist, da nicht jeden Tag ein Flieger geht. Das stellt die Option fliegen in eine missliche Lage: Man würde meinen, man sollte nur darauf zurückgreifen, wenn man in Eile ist. Doch gleichzeitig sollte man ja gerade dann nicht das unzuverlässigste Verkehrsmittel benutzen.

Der Stern Kameruns.

Es ereignete sich einst, dass ich überpünktlich am Flughafen war, nur um dann von Vordränglern beim Anstehen zum Check-In ganz nach hinten in die Schlange gedrängt zu werden. Als ich dann endlich vor dem Check-In Schalter stand, watete auf einmal ein Soldatentrupp auf. Ohne Kontrolle marschierten sie an den Check-In Schalter und erhielten ihre Tickets. Dann ging prompt das Licht am Schalter aus. Wir Letzten in der Schlange wurden informiert, dass der Flieger nun voll sei. Morgen wieder probieren!

Fahrrad

Bist du einer dieser Verrückten, die mit dem Fahrrad durch Kamerun fahren wollen? Ich kenn das, bin selber mal durch Senegal & Gambia mit dem Fahrrad gefahren und danach zu der Meinung gelangt, dass es keine gute Idee war. In Kamerun trifft vieles zu, was ich damals in Westafrika erlebt habe: Als Radfahrer bist du auf Asphalt und verantwortungsbewusste Autofahrer angewiesen. Bei beidem musst Abstriche machen. Denn das heißt, dass du über Straßen fährst, auf denen alle Fahrzeuge entlangbrettern, ob Motorrad oder Riesen-LKWs. Diese schmalen Straßen bieten oft nicht viel Platz für Romantiker. Dichtes Buschwerk und wenig Aussicht verkomplizieren die Angelegenheit. Aber ein Abenteuer ist es natürlich.

Um Verpflegung und Unterkunft brauchst du dir auf dem Weg dagegen keine Sorgen zu machen – entlang der Hauptachsen liegen zwischen den Dörfern oft keine drei Kilometer. Auch sind die Menschen sehr offenherzig und gastfreundlich – unter der Bedingung, dass du sie ebenso respektvoll behandelst. Aber was erzähle ich hier doof rum: Wenn du darauf Lust hast, dann kann dich eh kein rationales Argument stoppen. Mach es einfach!

In der Stadt

Die Fortbewegung in der Stadt unterscheidet sich von der auf dem Land. Es gibt keinerlei flächendeckende öffentliche Verkehrsmittel, wie Metro, Straßenbahnen oder Busse. Der Verkehr organisiert sich über Sammel- und Privattaxis, sowie über Motorräder und Privatautos. Hier ein Überblick.

Privattaxi

Das Uber Kameruns heißt Yango, ein russischer Anbieter und verfügbar in den größten Städten wie Yaoundé und Douala. Über Yango holt dich ein verifizierter Fahrer innerhalb weniger Minuten von deinem Standort ab und bringt dich unkompliziert an deinen Zielort. Achtung: Wechselgeld-Problem, bezahle mit Mobile Money! Ich benutze Yango täglich und hatte bisher keine größeren Probleme. Der Preis wird unter Berücksichtigung von Distanz und Fahraufkommen automatisch von einem Algorithmus berechnet und liegt üblicherweise zwischen 2-5 Euro. Die Fahrer sind oft freundlich und bieten dir auch gelegentlich noch ihre Visitenkarte an, falls du demnächst mal verreisen möchtest..

Nicht zu übersehen: Gelbe Taxis in Yaoundé

Eine Alternative sind Taxi Depots. Hierfür hältst du am Straßenrand ein gelbes Taxi an und sagst „Depot“, den Ankunftsort und den Preis, der bei ca. 5€ beginnt. Es ist auch möglich ein Taxi Cours zu nehmen, also ein Taxi fürs Einkaufen. Für ca. 6 € die Stunde wartet der Fahrer auf dich und bringt dich mitsamt deines Einkaufs wieder nach Hause zurück.

Was die Sicherheit angeht würde ich dir Yango empfehlen. Die Fahrer sind hier immerhin registriert und ein Vorfall ließe sich nachverfolgen. Auch kannst du deinen Standort mit anderen Personen teilen. Dazu habe ich häufiger von Vorfällen in Taxi Depots gehört, als in Yangos. Am sichersten fährst du natürlich immer mit einem vertrauten privaten Fahrer.

Sammeltaxi

Wenn du dich so fortbewegen willst, wie die Kameruner, dann steig ins Taxi Ramassage, das Sammeltaxi . Dafür wartest du am Straßenrand bis ein gelbes Taxi vorbeifährt und rufst dem Fahrer laut zu „Ort, Preis“. Also zum Beispiel: „Carrefour Bastos, 200 Franc“. Ist der Preis akzeptabel und der Ort auf der geplanten Route, hupt der Fahrer kurz und du kannst einsteigen. Achtung: Der Beifahrersitz wird sich geteilt – es passen also immer 6 Personen ins Taxi.

Im Fernbus ist es ähnlich wie im Sammeltaxi. Ich hatte hier zwei Plätze gebucht und daher viel Platz.

Das Ramassage – „Aufsammeln“ – ist im Prinzip Kameruner Kulturgut – hier finden alltägliche Gespräche statt, wird dem Radio gelauscht oder angeregt diskutiert. Ein guter Einstieg also in das Leben der Menschen. Dazu ist das Sammeltaxi das günstigste Fortbewegungsmittel. Nachteil ist die Wartezeit am Straßenrand – je nach Zielort kann die Wartezeit von 10 Sekunden bis eine Stunde betragen. Auch ist der Komfort geringer und die Fahrzeit länger, da unter Umwegen immer wieder Passagiere aufgesammelt werden. Dazu ist das Sammeltaxi nicht so sicher, wie ein Privattaxi. Vor allem bei Dunkelheit solltest du Sammeltaxis meiden. Nicht selten kommt es zu Diebstählen. Mir persönlich ist glücklicherweise noch nie etwas zugestoßen.

Motorrad

Das Motorrad ist das Zäpfchen des Berufsverkehrs – es hilft gegen Verstopfungen. Die oft skrupellosen Motomänner, mit Bommelmütze und Winterpelz, sind echte Gleichgewichtskünstler. Doch auch sie verschätzen sich mal. Und schon liegt dein gebrochenenes Bein zwischen Asphalt und heißem Auspuffrohr. Wenn du Glück hattest, versteht sich. Ich will sagen: Motorrad fahren in der Großstadt ist mit das Gefährlichste was du tun kannst. Tu es nur im Notfall, oder wenn du weißt, dass dein Weg dich nicht durch trubelige Straßen führt.

Mit dem Moto zur Pferderange in Westkamerun.

Mit meiner Warnung will ich vor allem verhindern, dass du mich nicht verklagst, wenn was schiefgeht. Aber ganz unter uns: Kamerunurlaub, ohne auf dem Moto gesessen zu haben…? Falls du also (gegen meinen Rat) nicht drauf verzichten kannst, rufe ´einem vorbeifahrenden Fahrer „Moto“ zu und er hält an. Der Preis ist etwas höher als beim Sammeltaxi, aber niedriger als beim Depot. Vorteil ist, dass er dich vor deiner Tür absetzt.

Auf dem Dorf und auf dem Land

Was gibt es schon Schöneres, als auf dem Motorrad sitzend durch endlos weite Landschaften zu düsen und den Fahrtwind auf der warmen Haut zu spüren? Dieses Szenario bietet sich oft in ländlichen Gegenden, im Dorf oder irgendwo im Nirgendwo. Denn hier sind die Möglichkeiten der Fortbewegung stark eingeschränkt. Oft bleibt nur das Moto, oder eine hilfsbereite Mitfahrgelegenheit. In der Regel gilt: Überall wo Menschen wohnen, fahren auch Motos vorbei. Häufig frequentieren sie den Weg bis zum nächsten Dorf an der Hauptstraße. Von dort fahren dann wieder Minivans und Co.

Beim Vulkankrater Mbapit in Westkamerun

Fazit

Wie du gesehen hast, gibt es eine ganze Menge Optionen sich in Kamerun fortzubewegen. Das Üblichste für Fernreisen ist der Bus, während in der Stadt Taxis dominieren. Tickets kannst du am Schalter vor Ort und manchmal auch online kaufen, meist noch wenige Minuten vor Abreise. Die Preise sind für europäische Verhältnisse günstig. Du musst jedoch Ausdauer mitbringen und solltest auch deine persönliche Sicherheit nicht außer Acht lassen.

Ich hoffe dieser Blogeintrag hat dir bei deiner Reiseplanung geholfen! Lass mir gerne ein Feedback da, welche Informationen besonders wichtig waren und welche fehlen. Bis bald!

Wer schreibt hier?

Ich bin André, lebe seit 2022 in Kamerun und bin dein Anlaufpunkt für Reisen in Kamerun. Auf Wohinnoch? erkunde ich mit euch die Welt, schreibe Erfahrungen nieder und gebe euch Reisetipps. Wenn diese Worte nicht meine letzten an dich sein sollen, kannst du meinen Blog abonnieren und mir auf Instagram folgen.

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