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Ngondo in Douala – Ein Reisebericht über ein verpasstes Fest
Wie wir den Höhepunkt des Ngondo-Festivals verschliefen und was ich gerne vorher gewusst hätte. Dezember in Kamerun ist eine Zeit der Feierlichkeiten. Neben Weihnachten und Neujahr feiern viele Kameruner auch ihre eigenen traditionellen Volksfeste. Ngondo heißt eines davon. Wir sind extra dafür nach Douala gereist und haben den Höhepunkt trotzdem verpasst. Wie es dazu kam und worum es beim Ngondo eigentlich geht, erzähle ich euch in diesem Blogeintrag. Wie wir den Höhepunkt des Ngondo verpassten Es ist Sonntag, acht Uhr morgens und am Ufer des Wouri schauen die Menschen gebannt aufs Wasser. Ein weiser Mann schwimmt in der Mitte des Flusses, holt noch einmal tief Luft und taucht für mehrere…
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Unser erstes Interview: Wohinnoch x CamGer über Leben in Kamerun
Meine Freundin Flavy und ich wurden vom YouTube-Kanal CamGer zu unserem Leben in Kamerun interviewt. Unser erstes Interview! Und was für ein Glück, denn wir waren gerade in Berlin als uns Daniel vom YouTube-Kanal CamGer kontaktierte. So trafen wir uns also am Berliner Hauptbahnhof, setzten uns auf eine Parkbank und mussten feststellen, dass wir heute unter erschwerten Bedingungen plaudern würden: Aufziehende Regenwolken, gröhlende Betrunkene, die Stadtreinigung und vorbeifahrene Krankenwagen. Doch das konnte uns den Spaß, den wir während des kurzweiligen Interviews hatten, nicht verderben. Wir sprachen darüber, was man in Kamerun als Reisender oder Auswanderer machen kann, wie meine ersten Tage verlaufen sind, was meine Eindrücke waren und wie ich…
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Wandern um den Vulkanberg Mbapit
Während man selbst auf der hohen kreisförmigen Kraterkette steht, muss der Blick fast hundert Meter nach unten fallen, um auf das ruhige Blau des heiligen Gewässers zu treffen. Das verbindende Element war der kluftige Fels, auf dem gegen die Gesetze jeder menschlichen Logik Bäume ihre Wurzeln geschlagen haben.
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Kamerun hat Besuch
„On est pauvre, mais on n’est pas misérable“ Wohl selbst überrascht von dieser kalenderspruchreifen Zusammenfassung seiner vorher in einer Stunde dargelegten Sicht über sein Land, wiederholte der Museumsführer Robert (*Name geändert) diesen Satz noch weitere vier Mal, bis er mit seiner Analyse fortfuhr. Er und viele weitere gaben eine Momentaufnahme Yaoundé’s rund um den Staatsbesuch von Emmanuel Macron in Kamerun. 24.07 : Die Vorbereitungen Am Sonntagmittag sind die Straßen Yaoundés wesentlich ruhiger zu erkunden als an jedem anderen Tag. Bis auf die omnipräsenten Händler und Taxifahrer hat sich der Großteil der Werktätigen heute zur Ruhe gesetzt. Doch auch sie verkehrten weniger frequent und lautstark als an normalen Wochentagen. Einzig der pompöse…
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Kribi – „La Belle“
Der Ablauf nach der Tour sieht genau gleich aus. Vielleicht springt man einmal ins Wasser oder gesellt sich zu den am späten Nachmittag spielenden Fussballern. Die Flut kündet das Spektakel des bevorstehenden Sonnenuntergangs an, und wenn sich der Himmel dann schwarz färbt sucht man sich ein Restaurant, um wenigstens einmal aus dem Haus gekommen zu sein.
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Lobeke Nationalpark #2: Lebensmittelvergiftung auf der Anreise
Ongola dämmert rosa, da stehen meine drei Freunde und ich auf einem Parkplatz des Diplomatenviertels Bastos. In diesem Moment ahnt keiner von uns was uns in den nächsten Tagen erwartet – sei es Lebensmittelvergiftungen, tödliche Schlangen, oder majestätische Gorillas. Wahrscheinlich hätte sich Tim, mein Freund aus Deutschland, der zum ersten nach Afrika gereist ist, bei diesen Schlagwörtern gar nicht erst in den Flieger gesetzt. Doch nun ist es zu spät. Zusammen mit unserem Fahrer Papa Simon, Fabienne und Gianluca schwingen wir uns in den gemieteten Pick-Up. Von Yaoundé, wie die Stadt auf Landkarten heißt, führt uns unsere Reise 800 Kilometer weit in den Lobéké-Nationalpark, ein unberührtes Regenwaldgebiet inmitten des Kongobeckens.…
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Ist eine Hebamme an Bord? Abenteuerliche Anreise in Kamerun
Vor kurzem verbrachte ich einen wundervollen Kurzurlaub in Ebodjé, einem seelenruhigen Fischerdorf, welches zwischen Meeresrauschen und Tropengrün auf weichem Sandstrand gebettet liegt. Hier habe ich Riesenschildkröten- und Krabben gesehen und bin mit einer Piroge über den Ozean gepaddelt (hier nachlesen). Klingt beneidenswert? Dann möchte ich euch heute dazu einladen, die Schattenseite dieses Paradieses kennenzulernen: Meine abenteuerliche Anfahrt. Die Hinfahrt: Haben wir eine Hebamme an Bord? Los geht es am Freitagabend in Yaoundé. Mit der Busgesellschaft Men Travel, nebenberuflich eine arge Lobbyistin gegen die Gendersprache, hauptberuflich eine notorische Zuspätkommerin, fuhr ich zwei Stunden nach geplanter Abfahrt aus dem Busbahnhof in Bastos hinaus. Der erste Halt: Die 200 Meter entfernte Tankstelle, wo…
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Fotograf auf einem katholischen Kirchenkonzert in Yaoundé
Jeder Blog hat die Verpflichtung seine Leserinnen und Leser in eine vorweihnachtliche Stimmung zu versetzen. So auch Wohinnoch? Ich erzähle dir daher heute vom Kirchenkonzert meiner Freundin und ihres Chores, zeige dir Bilder und zum Schluss auch eine Videoaufnahme, die dir hoffentlich ein angenehmer Begleiter zum vierten Advent sein wird. Nimm dir ein Kirschkernkissen und setz die Plüschohren auf, denn es geht los! Die Kirche Nkoayos Die Kirche Nkoayos hat keinen großen Glockenturm, keine goldverzierten Waschbecken, nein, eigentlich nimmt man sie von der Hauptstraße aus nicht einmal wahr. Die Innengarnitur ist nicht viel spektakulärer. Holzbänke, ein paar bunte Gemälde aus Jesus Leben und eine kleine Empore, jedoch ohne Orgel. Auch…
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Eingeladen auf einer Traditionellen Hochzeit in Kamerun
Vor ein paar Wochen war ich zu einer traditionellen Hochzeit in Yaoundé eingeladen. Beziehungsweise zu einem Viertel der Zeremonie. Denn was bei uns in Deutschland an einem Tag mit Kuss und Ring über die Bühne geht, wird in Kamerun nicht selten in mehrere Etappen aufgeteilt. Die erste Etappe ist das sogenannte „Toquer Porte“ – an die Tür klopfen. An einem bewölkten Samstagmittag also klopfte die Familie Christians an die Tür von Liliane, der Schwester meiner Freundin. Was dann folgte, habe ich als Video festgehalten, welches ich in meiner ersten Beauftragung als Fotograf (Bezahlung in Müslipackungen) aufgenommen habe. Wenn dich interessiert, wie so eine traditionelle Zeremonie abläuft, dann schau gerne rein:…
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Lobéké Nationalpark #3: Büffel und eine unverhoffte Waldbegegnung
Wir sitzen im sonnigen Basislager und schlürfen die letzten Instant-Nudeln von unseren Plastiktellern. In den letzten Stunden haben wir auf unseren Märschen durch den Lobéké-Nationalpark bereits einige Affen, eine seltene Schlange, sowie einen Gorilla gesehen. Und noch haben wir die Hoffnung, Elefanten oder Büffel vor die Nase zu bekommen! Dementsprechend motiviert sind wir, gleich wieder zum Aussichtspunkt aufzubrechen und weitere Tiere zu beobachten. Dass wir heute eine große Überraschung erleben sollten, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Eine Unverhoffte Begegnung – Tiroler in Kamerun? Der Marsch von der Basis zum Aussichtspunkt ist uns bestens bekannt. Wie immer laufen wir schweigend durch das dicke Laubgerüst und kommen schließlich am…




















