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Morgensport in Yaoundé: Laufen, Tanzen, Schwitzen am Mont Fébé
Samstagmorgen, 7 Uhr. An Kreuzungen und Kreisverkehren überall in Yaoundé trifft sich eine riesige Gemeinschaft zum Morgensport. Aus den gelben Taxis steigen nach und nach Männer und Frauen in bunten Regenmänteln. Das Motto: „Das Fett ausschwitzen.“ Auch ich bin dabei. Ohne Regenmantel, dafür aber mit ordentlich Elan, treffe ich meine Kumpels am Kreisverkehr in Bastos. Unser Ziel: Den Mont Fébé joggend bezwingen. Tanzender Massensport am Parcours Vita Entlang der breiten Präsidentenstraße strömen Menschenmengen bergauf. In Gruppen organisiert, Sportclubs, Betriebe, Religionsgemeinschaften oder Kompanien, geht es in Schritt, Lauf oder Marsch hinauf. Die Soldaten posaunen im Gleichschritt gewaltige Marschlieder, andere haben Boxen im Schlepptau. Die Straße vibriert! Nach etwa einem Kilometer erreichen…
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Was kostet eine Reise nach Kamerun? Dein Budget-Guide für 2025
Wie viel kostet eine Reise nach Kamerun? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Vielleicht hast du bereits Angebote von Reiseveranstaltern gesehen, die für 10 Tage „wildes Kamerun“ horrende 4.000 Euro verlangen. Doch ist eine Kamerunreise wirklich so teuer? Nicht mit Wohinnoch – dem Reiseblog für Sparfüchse! Ich lebe seit 2022 in Kamerun und liste dir heute die realen Kosten einer Kamerun-Individualreise auf. Du wirst feststellen: Eine Kamerunreise ist nicht billig, aber deutlich günstiger als oft dargestellt! Die Einreisekosten sind hoch und schrecken viele Reisende ab. Hierzu zählen Visum, Impfungen und die Flugkosten. Keine Sorge: In Kamerun gibt nahezu in jeder Stadt Hotels oder Pensionen. Je größer die Stadt, desto…
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Kamerun zu Fuß: 2 Tage Trekking und Camping in den Manengouba-Bergen
„Ohje, wird das was mit der Wanderung?“ fragte ich mich, als in der Nacht zuvor ein heftiger Regenschauer auf unsere Dächer trommelte. Wir befanden uns im nördlichen Littoral Kameruns, am Rande der 2.500 Meter hohen vulkanischen Manengouba-Bergkette. Vor uns lag eine zweitägige Wanderung zu Kraterseen und Hirtendörfern. Ich schloss noch einmal die Augen und hoffte, dass der Regen vorbeiziehen würde. Am Morgen war die Luft rein und die Sonne versteckte sich hinter harmlosen Wolken – bestes Wanderwetter. Unser Marsch begann an der Villa Kleber-Collier, unserer Unterkunft, der der Regen letzte Nacht alle Dächer gereinigt hat. Wir waren zu viert: Mein Vater, Flavy, ich und unser Guide Alidou, kurz Ali. Er…
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Mein Osterwochenende in Kamerun
In Kamerun ist das Osterwochenende etwas kürzer als in Deutschland. Karfreitag ist auch hier Feiertag, aber am Ostermontag geht’s für Angestellte wie mich schon wieder zurück ins Büro. Genug Zeit aber, um dem Alltag zumindest ein bisschen zu entkommen. Am Freitag bin ich zur Abenddämmerung auf den Nkolondom-Berg nördlich von Yaoundé gewandert. Sonntags war ich auf der Ostermesse. Bei beiden Events hatte ich meine Kamera dabei und nehme euch daher jetzt mit durch eine Bilderserie und die dazugehörigen Geschichten. Wandern bei Dämmerung ist in Kamerun eine heikle Angelegenheit. Zwischen Nachmittagshitze und Finsternis liegen nämlich nur zwei Stunden. Die ersten Kilometer absolvierten wir demnach schwitzend und schnaufend und mussten uns trotzdem…
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Kamerun lesen – Meine fünf Buchtipps
Liebe Leserschaft, dieser dicke Block existiert nun schon seit fast einer Dekade und noch nie gab es Buchtipps! Das muss sich unbedingt ändern. Denn nach zehn Jahren habe ich es geschafft, fünf Bücher zu lesen, die ich euch jetzt alle empfehlen werde! Oder besser gesagt: Wenn ihr etwas über oder aus Kamerun lesen wollt, soll euch dieser Eintrag als Inspiration für euren nächsten Dussmann-Besuch dienen. Jedes Jahr gegen Juni hängen riesige Pflaumen an den Bäumen Zentralkameruns. So auch 1940: Es ist Zweiter Weltkrieg, und der Dichter und Beamte Pouka kehrt in sein Heimatdorf Edéa zurück. Patrice Nganangs historischer Roman erzählt von den Auswirkungen der sich bekriegenden Kolonialmächte auf das noch…
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Wenig gereist, viel geschraubt – ein Zwischenstand
„J’arrive“ – „Ich komme“ – heißt in Kamerun so viel wie „Ich liege noch im Bett, habe aber bereits die Absicht, dich zu besuchen“. „Je suis en train d’arriver“ – „Ich bin dabei anzukommen“ heißt, ich habe gerade das Haus verlassen, jetzt kann es je nach Stau-Situation noch bis zu zwei Stunden dauern. „Je suis la“ – „Ich bin da“ – heißt, ich biege gerade in deine Wohngegend ein, besorge im Nachbarkiosk aber noch flink ein Gastgeschenk. Was sagt man also, wenn man tatsächlich da ist? Ganz einfach: „Tu es où?“ – „Wo bist du?„ Zwischen diesen feinen linguistischen Farbtönen, wo ordnet sich da ein neuer qualitativ hochwertiger Blogeintrag ein?…
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Sicher durch Kamerun: Politische Lage, persönliche Risiken & Verhaltenstipps
Die Frage, die ihr mir vor euren Kamerun-Reisen am häufigsten stellt ist: Ist eine Reise nach Kamerun sicher? Die Antwort und was du für deine Sicherheit tun kannst, erfährst du in diesem Blogeintrag! In drei Teilen schildere ich erst die politische Sicherheitslage – also Konflikte, Unruhen und Terrorismus. Der zweite Teil betrifft deine persönliche Sicherheit – beeinflusst zum Beispiel durch Krankheiten, Kriminalität oder den Straßenverkehr. Im dritten Teil schließlich präsentiere ich dir alltägliche Szenen -z.B. eine Straßenkontrolle und erkläre, wie du dich am Besten verhälst. Als Fazit gibt es von mir eine 10-Punkte Checkliste für deine Sicherheit. Dieser Beitrag spiegelt meine persönlichen Erfahrungen als weißer, männlicher Reisender in Kamerun seit…
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Ngondo in Douala – Ein Reisebericht über ein verpasstes Fest
Wie wir den Höhepunkt des Ngondo-Festivals verschliefen und was ich gerne vorher gewusst hätte. Dezember in Kamerun ist eine Zeit der Feierlichkeiten. Neben Weihnachten und Neujahr feiern viele Kameruner auch ihre eigenen traditionellen Volksfeste. Ngondo heißt eines davon. Wir sind extra dafür nach Douala gereist und haben den Höhepunkt trotzdem verpasst. Wie es dazu kam und worum es beim Ngondo eigentlich geht, erzähle ich euch in diesem Blogeintrag. Wie wir den Höhepunkt des Ngondo verpassten Es ist Sonntag, acht Uhr morgens und am Ufer des Wouri schauen die Menschen gebannt aufs Wasser. Ein weiser Mann schwimmt in der Mitte des Flusses, holt noch einmal tief Luft und taucht für mehrere…
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Unser erstes Interview: Wohinnoch x CamGer über Leben in Kamerun
Meine Freundin Flavy und ich wurden vom YouTube-Kanal CamGer zu unserem Leben in Kamerun interviewt. Unser erstes Interview! Und was für ein Glück, denn wir waren gerade in Berlin als uns Daniel vom YouTube-Kanal CamGer kontaktierte. So trafen wir uns also am Berliner Hauptbahnhof, setzten uns auf eine Parkbank und mussten feststellen, dass wir heute unter erschwerten Bedingungen plaudern würden: Aufziehende Regenwolken, gröhlende Betrunkene, die Stadtreinigung und vorbeifahrene Krankenwagen. Doch das konnte uns den Spaß, den wir während des kurzweiligen Interviews hatten, nicht verderben. Wir sprachen darüber, was man in Kamerun als Reisender oder Auswanderer machen kann, wie meine ersten Tage verlaufen sind, was meine Eindrücke waren und wie ich…
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Filmfestival Écrans Noirs
Das Festival Écrans Noirs hat langjährige Tradition in Kamerun. Es existiert seit 1997 und wird seitdem jährlich ausgetragen, gratis für jedermann und jedefrau. Am besten lässt es sich für meine heimischen Freunde mit der Berlinale vergleichen. Von mitreißenden Dramen hin zu aufklärerischen Dokumentationen bietet das Festival eine Bühne für jegliche Kategorie Film mit afrikanischem Bezug. Zu meinem Nachteil bemerkte ich aber auch Unterschiede zwischen der Berlinale und den Écrans Noirs, zum Beispiel: Der Dresscode...



















