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Kamerun hat Besuch
„On est pauvre, mais on n’est pas misérable“ Wohl selbst überrascht von dieser kalenderspruchreifen Zusammenfassung seiner vorher in einer Stunde dargelegten Sicht über sein Land, wiederholte der Museumsführer Robert (*Name geändert) diesen Satz noch weitere vier Mal, bis er mit seiner Analyse fortfuhr. Er und viele weitere gaben eine Momentaufnahme Yaoundé’s rund um den Staatsbesuch von Emmanuel Macron in Kamerun. 24.07 : Die Vorbereitungen Am Sonntagmittag sind die Straßen Yaoundés wesentlich ruhiger zu erkunden als an jedem anderen Tag. Bis auf die omnipräsenten Händler und Taxifahrer hat sich der Großteil der Werktätigen heute zur Ruhe gesetzt. Doch auch sie verkehrten weniger frequent und lautstark als an normalen Wochentagen. Einzig der pompöse…
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Kribi – „La Belle“
Der Ablauf nach der Tour sieht genau gleich aus. Vielleicht springt man einmal ins Wasser oder gesellt sich zu den am späten Nachmittag spielenden Fussballern. Die Flut kündet das Spektakel des bevorstehenden Sonnenuntergangs an, und wenn sich der Himmel dann schwarz färbt sucht man sich ein Restaurant, um wenigstens einmal aus dem Haus gekommen zu sein.
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Die Glückszahl meines Taxifahrers
Schon ein merkwürdiger Geruch, dem die Kameruner jeden Tag ausgesetzt sind, wenn sie allmorgendlich an mir vorbeilaufen: Eine Mischung aus Schweiß, Sonnencreme, Mückenspray und schließlich Parfüm, um im Büro souverän zu wirken. Doch der Austausch von kuriosen Eindrücken ist beidseitig, denn auch ich wurde innerhalb der letzten Woche mit merkwürdigen und eindrucksvollen Dingen konfrontiert, von denen ich euch in diesem Blogeintrag berichten möchte. Fangen wir am besten mit dem ersten Punkt auf meiner eben genannten Odeur-Liste an: Schweiß. Viele Menschen in Kamerun wirken ziemlich sportlich und fit. Während die Muskeln einiger jungen Männer wie Bögen gespannt sind, sieht man Damen nicht selten in kurviger „S“-Form ihres Weges stolzieren. So kommt…
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Meine erste Woche in Yaoundé
Der augenscheinliche Nachteil an chronologisch geschriebenen Reiseberichten ist, dass sich der Autor zwangsläufig einer Liste voller Aufzählungen ergeben muss, die zwar informativ, jedoch wenig unterhaltsam ist. Ich lief also – es war der fünfte Tag meines Aufenthalts – der Zeit entgegengesetzt, rückwärts durch den innerstädtischen Stadtverkehr, verwandelte Kohlendioxid in Sauerstoff und schaute dem Regen dabei zu, wie er von den Wolken aufgesaugt wurde. Und wenn auch die Taxifahrer im Rückwärtsgang fahren, oder das Ei ein Huhn legen würde – es würde in diesem mir noch so unbekannten Treiben hier nicht weiter auffallen. Auch ist der Prozentsatz an französischen Sätzen, die ich verstehe, rückwärts wie vorwärts gesprochen, ungefähr identisch, was an…
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Gorillas und der Drang nach Schlaf
Nach zwei Stunden Schlaf saß ich im Taxi und aus dem blechernen Autoradio donnerte mir Whitney Houston ein ganzes Album lang ihre Beziehungsprobleme ins Ohr. Ich richtete meinen Blick auf den leidenschaftlich mitsingenden Fahrer und machte nicht nur das sich im Rückraum des Vehikels ansammelnde Kohlenmonoxid für meine Kopfschmerzen verantwortlich. Es war das Wochenende, an dem ganz Kamerun muslimisch wird und sich den Mond herbeisehnt. Schließlich würde das einen weiteren nationalen Feiertag herbeiführen und damit das Wochenende auf vier Tage verlängern. Und als es dann endlich so weit war, wurde am Montagabend wie an einer deutschen Grundschule der Unterrichtsausfall verkündet: In jedem WhatsApp Status erschien das herbeigesehnte Dekret des Präsidenten…
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Die Unbezähmbaren fahren zur Weltmeisterschaft
Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür und im edlen Hilton Hotel riecht es nach Marihuana. Zugegeben, ich habe nicht immer die besten Quellen, doch ich versichere euch: Beides steht im engen Zusammenhang. Fangen wir dazu einfach am 07. November an...
















