-
Flugreisen und ihre Auswirkungen auf die menschliche Psyche
Man reist innerhalb von fünfzehn Stunden ans andere Ende der Welt und bequemt sich dann noch sich darüber zu echauffieren, dass die in den Lüften servierte Mahlzeit fad schmeckt. Flugreisen haben der menschlichen Spezies die Möglichkeit eröffnet, sein angeborenes Komfortbedürfnis auch in tausenden Metern Höhe, bei eisigen Temperaturen und rasender Geschwindigkeit auszuleben. Doch genau wie bei Busfahrten, die ich schon vor ein paar Monaten thematisierte, agiert unsereins im Umgang mit den veränderten Lebensbedingungen nicht immer souverän. In diesem Blogeintrag möchte ich erneut Erfahrungen teilen und den Menschen Handlungsempfehlungen für die Zukunft anbieten.
-
Über die staubigen Straßen Ngaoundéré’s
Ngaoundéré liegt zwischen den dichten Regenwäldern des Zentrums und der Sahelzone im Norden und wird deshalb von vielen Reisenden übersehen. Ganz unverständlich ist das mit Blick auf die vielen Sehenswürdigkeiten im Rest des Landes sicherlich nicht – allerdings auch nicht ganz gerecht gegenüber dem Hochplateau Adamaouas, das durchaus einiges zu bieten hat. Zugfahrt von Yaoundé nach Ngaoundéré Meine Reise Richtung Norden begann mit einer Zugfahrt. Wer damit Reiseromantik verbindet, den muss ich leider enttäuschen. Statt Taschentuchwinken am Bahnsteig gab es eine finstere Nachtfahrt im vollen Sitzabteil der zweiten Klasse. Gute 16 Stunden war ich Gast im alten, aber belebten Waggon. Mein Vierer-Sitzabteil teilte ich mir mit sehr angenehmen und ruhigen…
-
Foumban: Reise in das Königreich der Bamun
Das Stadttor von Foumban ist ein idealer Botschafter. Mit seinen roten Ziegeldächern, Porträts von Königen, zweiköpfigen Schlangen und einer fiesen Kriegerstatue steht es für die Identität dieser geschichtsträchtigen Stadt. Was es mit all diesen Dingen auf sich hat, dass erfahrt ihr in diesem Blogeintrag. Foumban: Eine Einführung Die gerade geernteten Maisfelder weichen langsam den ersten Steinhäusern, da lenkt mich mein Guide durch das Stadttor. Wir sind in Foumban, der Hauptstadt der Bamun, einer in Westkamerun angesiedelten Volksgruppe und Königreich. Seine Entstehungsgeschichte geht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Der Legende nach täuschte der spätere Fon – das heißt König – Nchare Yen seine Gefährten, um den Mape Fluss alleine mit…
-
Meine Rückkehr nach Yaoundé
Nach langer Abwesenheit bin ich zurück in Kamerun. Und dieses Mal länger als jemals zuvor. Bis mindestens Ende 2024 werde ich an den Ort, an dem ich mein Studium beendet habe, zurückkehren. Dieses Mal jedoch nicht als trunkenboldiger, feierlüsternder Student – einem Klischee, welchem ich bekanntermaßen stets mit buchhalterischer Fürsorge nachgekommen bin – sondern als erwachsener Mensch in einem erwachsenem Leben. Normalerweise würde ich jetzt auf die Abonnier-Box hinweisen. Heute jedoch erscheint mir die De-Abo Box als deutlich passender… An all die wenigen, treuen Musketiere, die meinem Blog immer noch – sei es aus Mitleid oder Schadenfreude – folgen: Euch werde ich das Lesevergnügen in diesem Blogeintrag auch noch vergraulen!…
-
Babybesuch und Dicke Luft in Douala
Meine letzte Reise nach Douala liegt mittlerweile mehr als ein Jahr zurück. Damals war es die Hochzeit meiner ehemaligen Mitbewohnerin, die mich in die Riesenmetropole am Atlantik lockte. Und auch dieses Mal stieg ich an einem Freitagnachmittag ihretwegen in den Zug. Nun war sie aber nicht mehr meine Mitbewohnerin, sondern stolze Mutter eines Kindes. Nur um es klarzustellen: Zwischen den beiden Tatsachen gibt es keinen Zusammenhang. Und trotzdem hatte ich natürlich allen Grund, sie nun, drei Wochen nach der Geburt zu besuchen. Im Zug nach Douala Mit Douala ist das so eine Sache. Noch während der Zug durch die Vororte tuckerte, wies uns das Personal unbegründet an die Vorhänge zu…
-
Ausnahmezustand: Klimakatastrophe in Yaoundé
Lasst uns übers Wetter reden: In Yaoundé herrscht momentan der Ausnahmezustand. Am Arbeitsplatz, beim Mittagstisch und auf WhatsApp gibt es nur noch ein Thema, die plötzliche Kälte. Seit wenigen Tagen liegt über der Stadt ein Tiefdruckgebiet, welches so eisig ist, dass es sich selbst festgefroren hat. Und wer weiß für wie lange? Die Folge: Meine Kollegen werden reihenweise krank und die letzten Überlebenden halten sich verzweifelt mit teppichgroßen Schals über dem Gefrierpunkt. Jeden Morgen höre ich wie ihre Wehklagen über verstopfte Nasen schlimmer werden. Assia! Dabei mahnten Klimaforscher schon seit Jahren, dass Ereignisse wie diese nun häufiger vorkommen werden. Jedoch, wer hört schon noch auf Wissenschaftler? Uns bleibt also nichts…
-
Von den Mbororo zum Kaffee-Tycoon: Wanderung am Petpenoun-See
Alle Wanderungen folgen der gleichen Chronologie. Man steigt auf einen Berg, ruft einmal laut „Ohh! Ahh!“, steigt hinab und hat danach eine Entschuldigung beim Abendessen auch den zweiten Tiramisu zu verschlingen. Soweit nichts Neues. In diesem Blogeintrag schreibe ich über meine Wanderung in Westkamerun und versuche euch neben dem Altbekannten auch etwas Abwechslung zu bieten: Die Nachbarschaft eines Mbororo-Dorfes mit einer groß-industriellen Kaffeeplantage. Wir starten unsere Reise am Petpenoun-See. Westkamerun, wie ihr bereits wisst, liegt auf einem Plateau und wird von einer wohltemperierten Hügellandschaft umgeben. Nicht wenige dieser Hügel sind vulkanischen Ursprungs und so haben sich über die Zeit auch einige Krater und Seen gebildet. Immer wieder wechseln unsere Fußsohlen…











