Lobéké Nationalpark Kamerun – Reiseplan, Budget & Tipps
Im Lobéké Nationalpark reist du durch eine der unberührtesten Regenwaldlandschaften auf der Erde. Nur wenige hundert Touristen schaffen es jährlich hierher. Dabei gibt es kaum einen anderen Ort auf der Welt, in dem du solch eine Artenvielfalt bewundern kannst. Ganz selbstversändlich stehst du hier neben jahrhundertealten Baumriesen und atmest pure Waldluft. Und mit etwas Glück und Geduld wirst du sogar Büffeln, Gorillas oder Waldelefanten in freier Natur gegenüber stehen.


Eine Reise in den Lobéké Nationalpark erfordert unbedingt eine gute Planung und Vorwissen über das Reiseland Kamerun. Sei es die Suche nach einem Fahrer, Kontakt zum Nationalpark-Team oder eine Kostenrechnung: Nach meiner eigenen Reise möchte ich hier mein erworbenes Wissen teilen, um dir deine Reiseplanung zu erleichtern. Los gehts!
Was Kannst du Erwarten?
Bevor du dich mit deiner Reiseplanung in den Lobéké-Park auseinandersetzt, ist es wichtig zu wissen, was dich überhaupt erwartet. Eine Lobéké-Reise ist eine Mischung aus hohen Reisestrapazen und purer Naturerfahrung. Die Reisestrapazen erklären sich mit der langen Anreise – nach Kamerun und dann noch einmal zwei Autotage tief in den Urwald. Einen Großteil der Strecke fährst du dabei über holprige Erdpisten. Definitiv braucht es hierfür eine gewissen Abenteurer-Mentalität, die am Ende aber auch belohnt wird.

Die Belohnung: Der Nationalpark, Urheber der Definition für frische Luft, meditative Naturgeräusche und der Farbe Grün. Du wanderst von einem Expeditions-Team geführt über märchenhafte Waldwege. Nach einigen Kilometern Marsch steht oft eine Waldlichtung, bei der du von einer komfortablen, hölzernen Aussichtsplattform aus Tiere beobachten kannst. Übernachten tust du schließlich in Zelten. Unterschlupf gewähren hierbei einige schützende Holzhütten, an denen du dein Lager aufbaust.

Was kannst du bei diesem Abenteuer sehen? Nun, eine Regenwald-Expedition ist keine Savannen-Safari. Es gibt weniger weite Ausblicke und dadurch ist es schwieriger Tiere im urwaldlichen Dickicht auszumachen. Doch darin liegt auch die Spannung. Erst wirst du eine einzigartige Vegetation mit Lianen, Pilzen und Baumriesen vorfinden. Wo sonst steht seltenes Ebenholz direkt neben Gummibäumen und allerlei leckeren Waldfrüchten? Auch Affen, die in leuchtenden Baumkronen umherspringen, werden dich mit ziemlicher Sicherheit begleiten. Und dann kommt vielleicht irgendwann der Glücksmoment, in dem ein Büffel aus dem Busch herausgetreten kommt, ein Gorilla auf dem Ast neben dir sitzt, oder du gar einen Waldelefanten oder Panther erspähen kannst.
Wir haben in drei Tagen viele Vögel wie den Nashornvogel, eine seltene Schlange, Frösche, Skorpione, Stummelaffen, eine kleine Büffelherde und einen Gorilla vor Gesicht bekommen. Von den Elefanten haben wir stets frische Spuren vorgefunden, jedoch nie einen erblicken dürfen.
Kontakte
Fahrer & Mietauto
Nationalpark
Die mit Abstand komfortabelste Art in den Nationalpark zu gelangen ist per Mietwagen und Fahrer. Wichtig ist, dass das Auto Allradantrieb hat und der Fahrer die Gegend bereits kennt. Am besten lässt du deinen Fahrer das Mietauto organisieren. Ich kann die folgenden Fahrer empfehlen. Die Preise findest du unten beim Budget.
- Papa Lawrence: +237 677411657 (Englisch & Französisch, kann dir einen Mietwagen organisieren. Ich bin damals mit Lawrence gereist und würde ihn unbedingt weiterempfehlen.)
- Marc: +237 699947915 (Französisch, im Besitz eines großen Fahrernetzwerks. Kann bei Suche weiterhelfen)
- Mr. Dickson: +237 699648037; +237 675334318 (Englisch & Französisch, große Erfahrung im Fahren von Expats)
Bevor du deine Flüge buchst, solltest du unbedingt mit der Nationalparkverwaltung in Kontakt treten. Am besten nicht über die Website, sondern über die direkten E-Mail Adressen und Telefonnummern. Am besten (mit Deepl) auf Französisch schreiben. Eine Reservierung 6 Monate im Voraus wird nach 3 Monaten bereits vergessen sein. Also immer regelmäßig in Kontakt bleiben und vor allem kurz vor der Reise Kontakt intensivieren.
- Konservator des Nationalpark vom Waldministerium: M. Biloa: evasbiloa@yahoo.fr; +237 94233711
- M Abondo Zeh Fredy: +237 678304224
- Fondation pour le Tri-National de la Sangha: https://fondationtns.org/en/lobeke-national-park/
Die Richtige Reisezeit
Der Lobéké-Nationalpark ist nicht ganzjährig zugängig. Die beste Reisezeit liegt in der langen Trockenzeit zwischen Januar und April. In diesen Monaten sind die Straßen mit hoher Wahrscheinlichkeit geöffnet. Jedoch werden die Jahreszeiten aufgrund des Klimawandels immer unberechenbarer. Daher ist es wichtig früh mit der Nationalparkverwaltung in Kontakt zu treten.
Dein Reisebudget
Eine Reise in den Lobéké-Nationalpark ist nicht billig. Daher empfehle ich dir unbedingt, dir die Kosten zwischen weiteren Mitreseisenden aufzuteilen, zum Beispiel für den Mietwagen. Im Folgenden siehst du eine Auflistung der Reisekosten, aus meiner eigenen Erfahrung. Ich gehe hierbei von vier Reisenden und einer empfohlenen Aufenthaltsdauer von fünf Tagen im Park aus, dazu vorne und hinten 4 Tage für die An- und Abreise und einen Puffertag. Also insgesamt: 14 Tage. Die Reise beginnt und endet dabei in Deutschland. Pro Person kommt man in den zwei Wochen auf etwa 2.000€.
| Kategorie | Pro Tag Gesamt | Gesamtes Reiseteam | Pro Person |
| An- und Abreise | |||
| Flugkosten | 3.200€ | 800€ | |
| VISA | 720€ | 180€ | |
| Gelbfieberimpfung | 240€ | 60€ | |
| Malarie-Prohylaxe | 280€ | 70€ | |
| Automiete (4WD) | 75€ | 675€ | 170€ |
| Fahrermiete | 40€ | 360€ | 90€ |
| Sprit & Maut | 200€ | 50€ | |
| Unterkunft Gesamte Reise | 1.000€ | 250€ | |
| Essen Gesamte Reise | 560€ | 140€ | |
| Budget Extra Yaoundé etc. | 400€ | 100€ | |
| Im Nationalpark | |||
| Sprit NP Expedition | 600 FCFA/KM | 300€ | 75€ |
| Expeditionsteam (Guide, Guards, Koch, Träger, Säger, Fahrer) | 72€ | 360€ | 90€ |
| Eintritt | 30€ | 150€ | 38€ |
| Fotos Handy | 18€ | 90€ | 23€ |
| GESAMT | 8.535€ | 2.130€ |
In der detaillierten Reiseroute Beschreibung kannst du die Details zu den einzelnen Kostenpunkten nachlesen. Ich packe dir hier direkt die Rechnung für den Nationalpark in die Gallerie:
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Deine Packliste
Für viele ist eine Reise in den Regenwald eine einmalige Erfahrung. Daher stellt sich die Frage, was man überhaupt in seinen Reiserucksack packen sollte. Bist du mit einem Auto unterwegs, kannst du mehr einpacken, als du schließlich in den Nationalpark mitnehmen wirst. Im Lobéké-Park solltest du dann so leicht wie möglich ausgerüstet sein. Am wichtigsten sind dabei ein guter Wanderrucksack, Wanderschuhe und lange, leichte, sowie regenfeste Kleidung.
| Dokumente & Essenzielles | Klamotten | Im Nationalpark |
| Reisepass mit Visum | Unterhosen | Taschenlampe |
| Flugtickets | Lange, dünne Wanderhose | Notfall-Reisemedizin |
| Impfausweis | Sport-Shirts | Malaria-Prophylaxe |
| Geld & VISA/Maestro Karte | Lange, dünne Hemden | Zeckenzange |
| Handy & Ladekabel | Wanderschuhe | Zelt, Matratze & Dünnes Lacken |
| Powerbank | Lange Socken | Moskitospray |
| Wanderrucksack | Regenjacke oder Poncho | Kleine Plastik-Tüten |
| Wasserkanister & Verpflegung (in Kamerun kaufen) |
Auch wenn du dir im Park Zelte und Matratzen ausleihen kannst (Zelt gut, Matratzen abgeranzt), empfehle ich dir, diese, wenn du sie schon zuhause hast, selbst mitzubringen. Das erhöht den Komfort und schont den Geldbeutel. Was ich im Nationalpark nicht gebraucht habe, waren lange Jeans, meine Sonnenbrille und kurze Socken. Zusätzlich hatte ich noch ein E-Book und Fotoausrüstung dabei. In Yaoundé habe ich mich außerdem mit ausreichend Instant-Nahrung versorgt und auf dem Weg immer wieder ausreichend Wasserkanister nachgekauft. In einem Mietwagen solltest du lieber zu viel, als zu wenig Wasser mitnehmen.
Deine Reiseroute im Detail
Es gibt viele Punkte, die ich auf meiner Lobéké-Reise gerne vorher gewusst hätte. Von Unterkünften in Kleinstädten bis zu der genauen Expeditions-Planung vor Ort – eine gründliche Vorbereitung wird dir einige Stressmomente ersparen. Jedoch sollten wir nicht naiv sein – Überraschungen gehören zum Kameruner Alltag dazu wie das Bier nach der Sonntagsmesse. Hier ist Gelassenheit gefragt – die Kameruner sind Meister im Erfinden von spontanen Lösungen.
Von Deutschland bis an den Rand des Lobéké-Park
Hier geht es zu meiner persönlichen Anreise in den Lobeke-Nationalpark
Tag 1 ist offensichtlich: Du steigst in das Flugzeug und landest in Yaoundé. Wichtig: Dein Visum! Wenn du alles zum Visum erfahren möchtest, kannst du dich hier belesen. In Yaoundé angekommen solltest du dir einen weiteren Tag für die Organisation zugestehen. Du kannst dich z.B. mit deinem Fahrer treffen und mit ihm schon einmal eine Spritztour durch die Stadt unternehmen. Reiseideen und Hoteltipps zu Yaoundé gibt es hier. Auch solltest du ein paar Tütensuppen und Instant-Nudeln als Verpflegung im Nationalpark und natürlich einige 10-Liter Flaschen Wasser kaufen. Dann kann deine Reise losgehen.

Kontakt Yokadouma Christliche Mission: Schwester Lucienne: +237 699007912.
Vorher anrufen und reservieren.
Nicht zu empfehlen, aber im Notfall: Motel Zokadouma +237 673374857; +237 699957720
Am dritten Tag geht es los in Richtung Lobéké-Nationalpark. Trage deinen Reisepass und Impfausweis immer bei dir. Ziel sollte es sein, früh morgens um 6 Uhr aufzubrechen um dann bei Abenddämmerung in Yokadouma anzukommen. Als Speise unterwegs empfehle ich dir das Omelette-Spaghetti – es geht schnell und macht satt. Die beste Unterkunft in Yokadouma ist die christliche Mission. Für 10 € bekommst du hier saubere Zimmer in einem meditativen Ambiente. Schwester Lucienne ist immer für eine lustige Geschichte zu haben. Keine Sorge, solltest du es am ersten Tag nicht nach Yokadouma schaffen. Auch von Batouri oder sogar Bertoua gelangt man noch in einem Tagestrip nach Mambele, wo das Büro der Nationalparkverwaltung steht.
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Am vierten Tag schließlich geht es nach Mambele, also an den Rand des Nationalparks. Startest du früh (9 Uhr) von Yokadouma, so hast du noch ausreichend Zeit in Mambele mit der Parkverwaltung deine Reisedetails zu klären.
Die Expeditions-Planung im Parkbüro
Der erste Teil deiner Reise ist geschafft! Du bist am Rand des Lobéké-Nationalparks in Mambélé. Hier kannst du mit den Verantwortlichen des Waldministeriums (MINFOF) deine Reise Tag für Tag planen. Um keine bösen Überraschungen zu erfahren, ist es wie bereits erwähnt unabdingbar, dass du vorher schonmal mit den Verwantwortlichen in Kontakt warst. Die folgenden Zeilen geben dir Einblicke in das WOHIN? und MIT WEM? – also Sehenswertes im Park und dein Expeditionsteam.
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Wohin? Die Waldlichtungen
Im persönlichen Gespräch gibt euch der Konservator Empfehlungen, wo die Chance Tiere zu sehen am höchsten ist. Die finale Entscheidung liegt jedoch immer bei dir. Wenn deine Recherchen also ergeben haben, dass du in Djaloumbé mehr siehst, als in der kleinen Savanne, dann wirf diese Pläne nicht vollkommen über Bord, wenn es heißt, dass Djaloumbé gerade ganz schlecht ist, weil vor einem Monat ein Tourist da war. Faktoren wie eine geflutete Straße oder Gefahr durch migrierende Elefanten solltest du jedoch immer ernst nehmen. Wir haben uns damals voll auf die Meinung des Konservators verlassen und haben den Besuch der Waldlichtungen Djaloumbé & Ndangayé geplant. Im Wald haben wir dann festgestellt, dass die Distanz zwischen beiden zu groß ist, um in drei Reisetagen noch genug Zeit für Tierbeobachtungen zu haben. Daher waren wir lediglich in Djaloumbé.

Insgesamt gibt es von Mambele aus gesehen vier nahe gelegene (unter 4 Stunden) Waldlichtungen: Djaloumbé & Ndangaye, sowie La Petite Savanne und Djangui. Theoretisch ist es auch möglich bis nach Djembe ans andere Ende des Nationalparks zu fahren. Mit fünf Tagen im Park würde ich dir jedoch eher dazu raten, dich auf die 4 Lichtungen, wenn nicht sogar nur auf eines der zwei Paare zu beschränken.
Mit Wem? – Das Team
Das Expeditions-Team muss immer aus einem Guide und zwei Eco-Guards bestehen. Dazu braucht es einen Fahrer, einen weiteren Eco-Guard und einen Säger, um dich im Wald abzusetzen. Diese drei Personen fahren danach wieder nach Mambélé zurück und holen dich am Abreisetag wieder ab. Abgesehen davon steht es dir frei, wie groß die Gruppe und wie komfortabel die Reise noch werden soll.
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Jede Person kostet dich pro Tag circa 10€. Wir hatten damals zusätzlich noch eine Köchin und zwei Träger mit dabei. Die Köchin war ein wichtiger Dazugewinn. Sie bringt alle Utensilien mit und kochte nach einem anstrengendem Tag Instant-Nudeln für uns. Eine starke Unterforderung für sie. Es ist auch möglich mit dem Team zusammen zu essen: Dann gibt es mitgebrachten Maniok-Couscous, frischen Fisch aus dem Park, oder Nudeln und Tomatensauce. Die Anzahl der Träger würde ich von der Wanderroute und Trinkwasserbedarf abhängig machen. Wir hatten zwei Träger dabei, die jeweils 10 Liter Wasser, sowie Isomatten und Zelte trugen. Es ist sicherlich nicht verkehrt Menschlichkeit walten zu lassen und mehr Leuten Arbeit zu geben und jeden Einzelnen weniger zu belasten. Jedoch ist es auch wichtig zu beachten, dass ein größeres Team auch mehr Geräusche macht. Wer also möglichst still sein möchte, kümmert sich um sich selbst und verzichtet auf Komfort. Im Park gibt es Wasserquellen. Das Wasser sollte gefiltert werden.
Im Lobéké-Nationalpark
Kurz nach Sonnenaufgang startet deine Reise in den Lobéké-Nationalpark. Ein aufregender Tag! Wunder dich nicht, über die Auslastung des Pick-Ups: Hier werden Fixkosten pro Person effizient geschmälert. Auf einer roten Erdpiste geht es mit 80 Sachen hinein in den Park. Augen aufhalten: Auf dieser Straße habe ich damals schon einen Gorilla gesehen. Nach einer Stunde hält das dann Auto an und der Fahrer zeigt in ein dichtes Buschwerk. Hier geht es nun weiter. Erstmal mit dem Auto über holprige Waldböden. Immer wieder muss der Säger auf den Weg gestürzte Bäume aus dem Weg sägen. Schließlich erreichst du eine Weggabelung, an der der Fahrer dich und dein Team hinauswirft. Ab hier beginnt die Wanderung.
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Am ersten Tag wanderst du durch dichten Regenwald zu der ersten Waldlichtung. Sei darauf vorbereitet, dass der Guide einen militärischen Stechschritt vorlegt. Sei nicht schüchtern, wie ich zuerst, sondern erkläre ihm, dass du nicht hier bist, um Rekorde zu brechen, sondern um bewusst die Natur wahrzunehmen. Lass dir also vom Guide die Bäume, Wurzeln, Käfer und Gerüche erklären. Das hebt deine Erfahrung um ein Vielfaches.
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Schließlich kommst du am Nachtlager an. In Djaloumbé ist das eine einfache, aber überdachte und windfeste Holzhütte. Am Rand des Lagers wachsen mit Glück Pilze oder Zitronen. Das Toilettenhaus ist simpel: Eine Haus, eine Tür, ein Loch. Das Team kümmert sich nun um den Aufbau des Lagers, während du nach einer kurzen Pause mit dem Guide und den beiden Eco-Guards zur nahgelegenen Waldlichtung aufbrechen kannst.
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Nach zwanzigminütigem Fußmarsch (ich rede hier immer von Djaloumbé) erreichst du ein Mirador, eine erhöhte Holzhütte mit wunderbarem Ausblick über eine vom Regenwald eingerahmte Waldlichtung. Hier kannst du stundenlang den Klängen der Natur lauschen. Immer wieder betreten auch Tiere die Szene. Mal ist es nur ein Reiher, dann ein Affe, und mit viel Glück sogar Büffel oder Elefanten.
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Was ich damals nicht wusste: Du kannst darauf bestehen, in diesem Mirador zu übernachten! Das erhöht noch einmal die Chancen, Tiere zu sehen. Wichtig ist auch, dass du klar kommunizierst, sollten die ECO-Guards zu laut sein. In unserem Fall spielten sie kichernd auf ihrem Handy Mensch-ärgere-dich-nicht. Gerade als die Büffel kamen, fiel ihnen ihr Telefon mit lautem Krachen auf den Holzboden. Zwar begnügten sich die Büffel mit einem kurzem Umsichschauen und mampften dann weiter ihr Gras, ärgerlich war es dennoch.
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So verbringst du also deine Tage im Nationalpark. Eine gute Beziehung zu deinem Guide ist unersetzlich, schließlich kann er dir die besten Einschätzungen darüber geben, wie weit die Wege und wie wahrscheinlich das Aufspüren bestimmter Tiere ist.
Rückreise nach Yaoundé & Deutschland
Der Fahrer hat dich wieder an der abgemachten Weggabelung abgeholt und nun bist du bereits in Mambélé. Nachdem du hier die Nacht verbracht hast, geht es früh morgens zurück in Richtung Hauptstadt. Je früher du losfährst, desto höher die Chance sogar noch in Bertoua anzukommen. Mit weniger Zeitdruck solltest du auf der Rückreise jedoch auch noch ein paar Zwischenstopps einlegen.
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Kontakt Sun City Hotel : +237243564819
Der erste, kurze Zwischenstopp befindet sich an der Grenze zwischen Erd- und Asphaltstraße. In Kambele-Dem befindet sich eine Goldmine, in der sich 2022 ein tragisches Unglück mit drei Todesfällen ereignet hat. Um die Ausmaße der internationalen und kamerunischen Goldindustrie einmal mit eigenen Augen wahrzunehmen, brauchst du nur am Straßenrand anzuhalten und auf einen Erdhügel zu klettern. Schon siehst du die für Natur und Mensch tödliche Zerstörung: Aufgewühlte Erde, tote Baumskelette. Wenig später geht es dann bis nach Bertoua, wo du viele Hotels finden kannst. Wenn dir nach all der Naturerfahrung mal wieder mal wieder nach etwas Komfort zu Mute ist, dann empfehle ich das Sun City Hotel.
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Am letzten Autotag sind es von Bertoua nur noch 5 Stunden bis nach Yaoundé. Hier bietet es sich an, einen Mittagsstop in Doumé einzulegen. Doumé stand vor mehr als hundert Jahren unter der Herrschaft der Deutschen. Sie bauten hier ein Gefängnis, um dort all jene Menschen wegzusperren, die es wagten gegen die deutsche Gewaltherrschaft vorzugehen. Gegen die „schlimmsten“ Widerstandskämpfer wussten sich die Kolonisatoren nur mit der Guillotine zu behelfen. Die abgetrennten Köpfe wurden dann vergraben und auf ihnen der Samen eines Mangobaums gepflanzt. Heute führt eine schattige Allee mit riesigen Mangobäumen zur sehenswerten Befestigungsanlage. Einige Bewohner können als informierte Guides aushelfen.
Die letzten Kilometer UUUNNDD… du bist in Yaoundé! In ein bis zwei Tagen geht dein Flieger zurück nach Deutschland. Du hast es geschafft! Und bist sicherlich um eine unvergessliche Erfahrung reicher geworden. Herzlichen Glückwunsch!

Noch nicht genug?
Wenn du mehr über meine Reisen erfahren willst, dann schau doch gerne hier auf meinen unterschiedlichen Reise-Seiten vorbei:
Lobeke Nationalpark #1: Neue Schlangenart?

Wochenend-Trip zur Affeninsel Marienberg

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2 Comments
Beate
Hallo André, ganz großen Dank für die potentielle Reiseplanung. Hab ich fest gespeichert, wenn es auch dieses Jahr und nächstes Jahr nicht wird um die Zeit, in der der Park voraussichtlich geöffnet ist (bin da auf São Tomé und Príncipe). Deine Beschreibungen kann ich gut nachvollziehen. War im Februar 2023 in der Côte d‘Ivore im Taï- Nationalpark, ebenfalls mit eigenem Fahrer und Mietauto, übernachtet im Zelt – Kosten (Einzelreisende) für 6 Tage inkl. allem such im die 1.000€, allerdings Start in der CdI, also ohne Flug. Habe dort eine Gruppe Schimpansen beobachten können. Sehr beeindruckend.
Andre
Hallo Beate, danke für deine Nachricht. Den Tai-Nationalpark kannte ich noch gar nicht, aber in die Côté d’Ivoire wollte ich auch immer mal hin! Warst du bereits in Kamerun?