All-in: Warum ich meinen Job für meinen Reiseblog aufgebe
Heute ist ein besonderer Tag. Nach fast fünf Jahren in Kamerun habe ich meinen Job in der internationalen Zusammenarbeit hinter mir gelassen! Wieso? Ich möchte aus meiner Leidenschaft einen Beruf machen: Reisen und darüber berichten. Ob ich verrückt geworden bin? Ja, wahrscheinlich. Denn mit dieser Entscheidung trete ich eine ganz eigene, risikoreiche Reise an, die in die Selbstständigkeit. Doch wie kam es zu dieser Idee, wo stehe ich aktuell und wohin soll die Reise gehen?

Der Beginn einer Idee
Der Blog existiert seit 2015, seit 2022 lebe ich in Kamerun und habe durch etliche Reisen sowie als Teil einer kamerunischen Familie viel über Land und Leute lernen dürfen. Die Idee, aus meinen Erfahrungen eine arbeitsschaffende Maßnahme zu machen, kam mir jedoch nicht sofort. Es war auf meiner Libanon-Reise vor drei Jahren, als mein Kumpel Jonas und ich jeden Abend beim Essen über SEO-Schlagworte, Beiträge und Social-Media-Content fabulierten. Wir fassten den konkreten Plan: Der Blog Wohinnoch? soll die Anlaufstelle für Kamerun-Reisende werden.

Ein Jahr und viele Kamerun-Beiträge später merkten wir, dass der Plan aufging. Auf einmal lasen nicht mehr nur Familie und Freunde mit, sondern Reiselustige auf der Suche nach Informationen. Euer Feedback, eure Fragen und geteilten Eindrücke waren dabei eine große Motivation, die Idee weiterzuverfolgen. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte der Blog durch einen Radio-Auftritt bei 1LIVE, nachdem Kamerun vom Lonely Planet auf Platz 1 der Top-Reiseziele für 2025 gewählt wurde.
Doch nach anfänglicher Euphorie offenbarten sich zwei Probleme. Erstens: Kamerun ist eine Nische, nur wenige reisen hierhin. Zweitens: Mein Vollzeitjob ließ mir kaum die Zeit, Beiträge zu schreiben, Bilder zu bearbeiten, Videos zu schneiden. Mir dämmerte: Wenn ich die Chance ergreifen möchte, aus meinem Hobby einen Beruf zu machen, dann muss ich all-in gehen. Und voilà, da steh ich nun.
Wo steht der Blog?
Am Anfang. Das zu sagen fühlt sich nach über 10 Jahren Blog-Dasein merkwürdig an. Doch bislang war der Blog ein reines Hobby. Er hat mir nie einen Cent eingebracht, das sollte er auch gar nicht. Reisen, Fotografieren und Schreiben sind nun mal meine große Leidenschaft, ich tue es ohnehin für mich selbst. Und wenn meine Informationen Menschen weiterhelfen, etwa weil sie dadurch eine schönere Reise haben, oder weil ein lokaler Guide einen zahlenden Touristen mehr hat, macht mich das umso glücklicher.

Doch selbst wenn ich auf Einnahmen aus gewesen wäre, wäre der Ertrag mager geblieben. Denn: Die Klickzahlen sind dafür noch nicht hoch genug. 2026 wird das erste Jahr, in dem mehr als 10.000 Menschen den Blog besuchen werden. Das sind 27 Leser pro Tag. Die meisten Klicks entfallen allerdings nicht auf Kamerun, sondern auf Georgien und Griechenland – Länder, über die ich viel weniger weiß, um nicht zu sagen: fast nichts. Das zeigt ganz gut, dass nicht Nischen-Expertise Klicks generiert, sondern bekanntere Reiseziele, sowie die Abdeckung der richtigen Themen zur richtigen Zeit. Das Projekt Selbstständigkeit macht es also nötig, neue Wege zu denken! Welche sind das?
Meine Vision für Wohinnoch?
Wohinnoch? soll ein Ort werden, an dem Reise-Verrückte einzigartige Informationen aus erster Hand bekommen. Aus Ländern, die keinen Massentourismus kennen und doch Großes zu bieten haben. Überall dort, wo andere Reiseführer, Blogs und KI-Agenten mit gefährlichem Halbwissen scheitern, soll Wohinnoch? eine ehrliche, authentische Informationslücke füllen.
Wenn ich das Projekt langfristig mit voller Energie verfolgen möchte, bleibt mir keine Wahl: Der Blog und meine Arbeit müssen sich finanzieren. Sprich, ich muss Geld damit verdienen. Betriebswirtschaftlich gesprochen heißt das Informationen in Produkte und Dienstleistungen umzuwandeln. Wie unromantisch!
Dabei werde ich zuerst meinen aktuellen Kamerun-Fokus ausbauen. Das Hauptprojekt ist ein 100-seitiger Kamerun-Guide, den ich sehr bald ins neue digitale Schaufenster stellen möchte. Viele weitere Ideen schwirren in meinem Kopf, wie z.B. Video-Beratungen zur Reisevorbereitung für Touristen und Expats oder sogar die Organisation eigener Gruppenreisen.

Doch: Kamerun ist und bleibt eine Nische. Um mehr Menschen zu erreichen, möchte ich meine Inhalte auch auf Englisch und je nach Land auch auf Französisch anbieten. Dazu gehören Blogeinträge, Social Media Posts und die geplanten Guides. Natürlich werde ich auch neue Länder erkunden, um breiter aufgestellt zu sein. Auf Werbung möchte ich momentan noch verzichten. Inwiefern diese mit der Zeit nötig wird, kann ich schwer abschätzen. Klar ist jedoch, dass der Blog immer authentisch bleiben soll.
Und jetzt?
Jetzt geht’s los! Ich habe mich dazu entschieden aus meinem Job in der internationalen Zusammenarbeit auszusteigen. Ich ziehe aus familiären Gründen nach Deutschland um, und werde in einem Mix aus Heimarbeit vorm Rechner und ausgiebigen Reisen nach Kamerun und in andere Länder, fleißig arbeiten.
Die ersten Tage habe ich bereits für eine Reise in den extremen Norden Kameruns genutzt. Außerdem habe ich vor Kurzem nochmal den Mount Cameroon bestiegen, es gibt also einiges zu berichten! Jede Woche Sonntag erhaltet ihr neue Reiseberichte, Beiträge zur Reiseplanung, Statusupdates und Co. Dazu erscheint noch in diesem Monat der Kamerun-Guide, sowie der neue Online-Shop.

Ab jetzt gebe ich mir ein Jahr, in dem ich all meine Zeit in dieses Projekt investiere. Danach schaue ich zurück und entscheide: Funktioniert es? Oder funktioniert es nicht? Wenn ja, habe ich mein liebstes Hobby zum Beruf gemacht. Wenn nein, bin ich um eine Erfahrung reicher und suche mir wieder eine Lohnarbeit.
Ich freue mich über alle, die mich auf dieser Reise begleiten wollen, am besten über ein Abo, damit ihr bei neuen Veröffentlichungen benachrichtigt werdet.
Und natürlich lade ich euch ganz herzlich ein, mir eure Ideen mitzuteilen: Welche Projekte gefallen euch besonders? Welche nicht? Und habt ihr selbst mal eine ähnliche Entscheidung in eurem Leben getroffen? Was habt ihr daraus gelernt?

Wer schreibt hier?
Ich bin André, habe fünf Jahre in Kamerun gelebt und bin dein Anlaufpunkt für Reisen in Kamerun. Auf Wohinnoch? erkunde ich mit dir die Welt, schreibe Erfahrungen nieder und gebe Reisetipps. Wenn diese Worte nicht meine letzten an dich sein sollen, kannst du meinen Blog abonnieren und mir auf Instagram folgen.





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